Mit Kultur aus der Krise – SPD/Volt setzt Unterstützungspaket auf

13. September 2021

Monatelange Schließungen, begrenzte Zuschauer*innenkapazitäten, Hygiene- und Abstandsregeln: Die Corona-Pandemie hat die Münchner Kulturszene hart getroffen. Gelockerte Vorschriften machen den Neustart nun möglich. Auf diesem Weg brauchen die Kreativen und Veranstaltenden Unterstützung. Hierzu startet die SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat zehn Initiativen.

Kultur aus der Krise. Pressegespräch mit Philipp Ernst, Vize-Präsident des Bayerischen Landesverbands der Kultur- und Kreativwirtschaft, SPD-Stadträtin Julia Schönfeld-Knor und SPD-Stadtrat Roland Hefter (vlnr.) Foto: SPD/Volt-Fraktion
Kultur aus der Krise. Pressegespräch mit Philipp Ernst, Vize-Präsident des Bayerischen Landesverbands der Kultur- und Kreativwirtschaft, SPD-Stadträtin Julia Schönfeld-Knor und SPD-Stadtrat Roland Hefter (v.l.n.r.) Foto: SPD/Volt-Fraktion

Musikclubs, Programmkinos, die Freie Szene, Ateliers, Bildungs- und Inklusionsprojekte, die Stadtteilkultur oder die Volksmusikszene – sie alle werden von der zusätzlichen Unterstützung profitieren. Die Förderung, knapp 1,5 Millionen Euro pro Jahr, ist dauerhaft angelegt. Die Maßnahmen werden über den Coronafolgen-Fonds finanziert, den SPD/Volt im Juli diesen Jahres vorgestellt hat. Der Koalitionspartner Die Grünen – Rosa Liste unterstützt das Paket.

Folgende zehn Maßnahmen hat die SPD/Volt-Fraktion beantragt:

1. Mietzuschüsse für Ateliers und Probenräume

Mietzuschüsse sollen den Künstler*innen strukturell helfen. Dabei soll das Programm zur Vergabe der Förderung für Künstler*innenateliers und Probenräume finanziell besser ausgestattet und so überarbeitet werden, dass mehr Künstler*innen Geld erhalten können. Aktuell sind etwa nur Mieten bis zu 14 Euro pro Quadratmeter förderfähig – das geht an der Realität in München vorbei. Auch der Förderzeitraum von drei Jahren könnte in Folge der Pandemie verlängert werden. Zuschuss: 130.000 Euro

2. Fonds für kulturelle Zwischennutzungen auflegen

Raum für Kultur ist jetzt besonders wichtig, Leerstand soll vermieden werden. Der neue Fonds ermöglicht unkompliziert die Anmietung und die Erstausstattung für Locations, um kleinere Projekte für Zwischennutzungen schnell unterstützen zu können. Zuschuss: 200.000 Euro

3. Unterstützung der Freien Szene

Die Freie Szene ist unverzichtbar in München. Folgende Unterstützungsmaßnahmen plant SPD/Volt für sie dauerhaft: - mehr Geld für das Kinder- und Jugendtheater (inklusive einer Absicherung des Pathos-Jugendclubs und des Kinder- und Jugendtheaters im Hoch X) - höheres Budget für die Förderung der freien Theater - bessere Infrastrukturzuschüsse in den Bereichen Theater, Tanz und Musik - mehr Stipendien und Preise - höheres Budget für die Förderpreise Bildende Kunst - Ausbau der Literaturförderung, Förderung von Lesereihen und des Budgets für das Literaturfest, um Projekte mit Münchner Künstler*innen zu ermöglichen Zuschuss: 520.000 Euro

Dazu sagt Julia Schönfeld-Knor, kulturpolitische Sprecherin der SPD/Volt-Fraktion:

„Kunst und Kultur bereichern das Leben in unserer Stadt ganz wesentlich. Wir müssen die Kunst- und Kulturschaffenden unterstützen. Denn wir wollen auch nach Corona ein vielfältiges Kulturleben genießen können. Die Freie Szene liegt uns sehr am Herzen. Deshalb werden wir aus unserem Coronafolgen-Fonds die Mittel erhöhen und auch die freien Theater unterstützen.“

4. Förderung für Musikclubs und Programmkinos

Die Clubs brauchen einen Schub nach der langen Schließung. SPD/Volt will dazu die Clubs besonders fördern, die mit einem künstlerisch ambitionierten Livemusikprogramm glänzen. Der neue Preis soll alle zwei Jahre vergeben werden. Gleichzeitig sollen die Programmkinopreise erweitert werden. Zuschuss: 50.000 Euro

5. Stipendienprogramme ausbauen

SPD/Volt wird die städtischen Stipendienprogramme ausbauen, die es von der Bildenden Kunst über Tanz und Musik bis hin zu Literatur gibt. Vor allem die 2021 erstmals vergebenen Arbeitsstipendien in Höhe von 4000 Euro sollen dauerhaft etabliert werden. Zuschuss: 200.000 Euro

6. Volkskultur weiter stärken

Brauchtum, Laienspiel, Dialekt, Tanz, Tracht, Volksmusik und die Vernetzung unterschiedlicher Kulturen: Die Volkskultur ist der SPD/Volt-Stadtratsfraktion wichtig. Sie trägt zu einem guten Miteinander in der Stadt bei und sorgt dafür, dass alle Bevölkerungsgruppen sich hier heimisch fühlen können. Die Förderung in diesem Bereich wird weiter ausgebaut – schließlich ist München die einzige deutsche Großstadt, die sich für dieses Thema eigenes Personal leistet. Zuschuss: 35.000 Euro

Roland Hefter, stellvertretender kulturpolitischer Sprecher der SPD/Volt-Fraktion, sagt:

„Kunst und Kultur sind der Puls der Stadt. Bei Veranstaltungen treffen sich Menschen zum Austausch und zum Feiern. Eine weltoffene, gesunde Gesellschaft ist ohne Kunst und Kultur nicht möglich. Kultur verbindet Menschen unabhängig von ihrem Glauben, ihrer Herkunft und ihrer Hautfarbe. Künstlerinnen und Künstler, die oft ein unkonventionelles Leben führen, bereichern unsere Stadt und machen sie bunt. Deshalb werden wir trotz angespannter Finanzlage in die Kultur investieren – weil sie es wert ist.“

7. Inklusive Projekte fördern

Um die kulturelle Teilhabe weiter zu verbessern, wird das Kulturreferat inklusive Projekte nun noch stärker fördern. Dazu zählten Projekte, die Menschen mit Behinderung in die Konzeption einbinden und als Akteur*innen auf Augenhöhe einbeziehen. Kultur muss nicht nur für alle zugänglich sein, sondern auch von allen gestaltet werden können. Zuschuss: 50.000 Euro

8. Kulturelle Bildung ausbauen

Auch im Bereich kulturelle Bildung wird SPD/Volt investieren. Hierbei ist vor allem wichtig, dass alle Münchner*innen Kunst und Kultur kennenlernen und sie aktiv mitgestalten können. Seit 2009 kümmert sich die Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung der Stadt München um die Unterstützung der vielfältigen Projekte. Sie hat bisher jährlich ein Budget von 230.000 Euro, das nun aufgestockt wird. Zuschuss: 100.000 Euro

9. Stadtteilkultur stärken

2022 wollen wir feiern – mit einem großen Restart-Festival nach der Corona-Pandemie. Ab 2023 sollen diese Mittel dann dauerhaft für die Stadtteilkultur zur Verfügung stehen. Um den Kulturbetrieb unter pandemischen und post-pandemischen Bedingungen aufrecht zu erhalten, benötigen die Engagierten dringend professionelle Entlastung, auch im personellen Bereich. Deshalb passt die SPD/Volt-Fraktion das Budget für Stadtteilkultur an – das Unterstützungsangebot reicht von Beratung und Kooperation über die Vermittlung von Räumen, mobilen Formaten, Ausleihe von Veranstaltungstechnik bis zur finanziellen Förderung von Veranstaltungen. Zuschuss: 200.000 Euro

10. Frauenanteil erhöhen

Das Kulturreferat verfolgt seit längerem einen fortschrittlichen und richtungsweisenden Ansatz im Bereich des Gender-Budgeting. Dieser soll laut SPD/Volt ausgebaut werden. So könnte die Vergabe von Programmpreisen an die Vorgabe geknüpft sein, dass das Programm mindestens zur Hälfte Frauen berücksichtigt oder es könnten explizit Frauen bei der Atelierförderung unterstützt werden.