60 Millionen Euro für Holzwohnungsbau

12. Januar 2022

München soll mehr bezahlbaren Wohnraum in ökologischer Holzbauweise bekommen. Deshalb fördert die Stadt nach einer Initiative der SPD-Fraktion künftig entsprechende Projekte. Insgesamt 60 Millionen Euro stehen bis 2027 zur Verfügung. Damit könnten bis zu 6000 neue Wohnungen entstehen, zum Beispiel im Kreativquartier, an der Hochmuttinger Straße in Feldmoching, auf dem Gelände der früheren Bayernkaserne und in Freiham.

SPD-Stadträtin Simone Burger (rechts) besichtigt die Holzbausiedlung am Prinz-Eugen-Park. Foto: privat
SPD-Stadträtin Simone Burger (rechts) besichtigt die Holzbausiedlung am Prinz-Eugen-Park. Foto: privat

Den Deutschen Holzbaupreis, den Bundespreis Umwelt & Bauen oder den Holzbauplus-Preis: Die Ökologische Mustersiedlung im Prinz-Eugenpark gilt als Vorzeigequartier für nachhaltige Stadtentwicklung. In acht Holzbau-Projekten entstanden 566 größtenteils Mietwohnungen. Ziel war es, modernen Holzbau zu etablieren und neue Maßstäbe im Klimaschutz zu setzen.

Aus Sicht der SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat ist das gelungen: 2019 beantragte sie, Förderprogramm für mehrgeschossigen Holzwohnungsbau zu erarbeiten. Über diese Richtlinien hat der Planungsausschuss des Stadtrats in seiner heutigen Online-Sitzung beraten, der Stadtrat muss noch zustimmen. Bis 2027 stellt die Stadt insgesamt 60 Millionen Euro zur Verfügung, damit in München mehr Holzbausiedlungen und auch Einzelprojekte entstehen können. Geplant wird bereits im Kreativquartier (ca. 340 Wohnungen), am Kleiberweg in Lochhausen (80 Wohnungen) und an der Hochmuttinger Straße (583 Wohnungen). Auch auf dem Areal der früheren Bayernkaserne und in Freiham können bis zu 500 Wohnungen in Holzbauweise entstehen.

Ökologisches Bauen und bezahlbare Mieten sind kein Widerspruch: Auf Initiative der SPD/Volt-Fraktion gibt es nun eine Förderung für Holz- und Holzhybidwohnungsbau. Foto: privat
Ökologisches Bauen und bezahlbare Mieten sind kein Widerspruch: Auf Initiative der SPD/Volt-Fraktion gibt es nun eine Förderung für Holz- und Holzhybidwohnungsbau. Foto: privat

Bauherren können eine Förderung beantragen, wenn sie Wohnhäuser planen, in den mindestens 80 Prozent der Gesamt-Geschossfläche für geförderte und preisgedämpfte Mietwohnungen vorgesehen ist. Pro Kilogramm verbaute nachwachsende Rohstoffe (nawaros) gibt es einen Euro, die Mindestfördersumme beträgt 100.000 Euro. Die Holzbauteile müssen aus nachhaltiger Holzwirtschaft kommen.

Dazu sagt Simone Burger, wohnungspolitische Sprecherin der SPD/Volt-Fraktion:

„Wer ökologisch bauen will, muss auf ökologische Baustoffe setzen. Mit einer Holz- bzw. Holzhybridbauweise lässt sich gegenüber der üblichen Bauweise eine Einsparung an Kohlendioxid-Emissionen von bis zu 48 Prozent erzielen. Wir wollen ökologisches Wohnen für alle und nicht nur für Reiche – deshalb etablieren wir dieses Förderprogramm, das sich hauptsächlich an den geförderten und preisgedämpften Wohnungsbau wendet.“