Bezahlbares Wohnen für junge Menschen – München realisiert Auszubildendenwerk

11. Mai 2022

Bezahlbarer Wohnraum ist die zentrale soziale Frage in unserer Stadt. Die SPD/Volt-Fraktion kümmert sich besonders um diejenigen, die am renditegetriebenen Wohnungsmarkt kaum Chancen haben, junge Menschen in der Lehre zum Beispiel. Die durchschnittliche Ausbildungsvergütung liegt bei 978 Euro, Berufsfachschüler*innen bekommen oft gar keine Vergütung Wie sollen sich diese Menschen eine Wohnung in München leisten können? Hier gibt SPD/Volt eine Antwort: mit dem Azubiwerk, über dessen Gründung und Betriebsaufnahme der Sozialausschuss des Stadtrats am Donnerstag, 12. Mai, entscheidet.

Nach einer Initiative der SPD/Volt-Fraktion gründet die Stadt das Auszubildendenwerk München zusammen mit der DGB Jugend München und dem Kreisjugendring München-Stadt. Wesentlicher Grundsatz ist die Mitbestimmung der Auszubildenden an der Ausgestaltung ihrer konkreten Wohnbedingungen sowie der Tätigkeit des Azubiwerks insgesamt.

PK Bezahlbares Wohnen für junge Menschen - Azubiwerk
Das Azubiwerk: ein gemeinsames Projekt mit der DGB Jugend und dem Kreisjugendring (v.l.n.r. Kristofer Herbers, Jugendsekretär der DGB Jugend, Judith Greil, Vorsitzende des Kreisjugendrings München-Stadt, Bürgermeisterin Verena Dietl, SPD-Stadträtin Simone Burger, Foto: SPD/Volt)

Ziele des Azubiwerks:

  • Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum für Azubis
  • Lebens-, Ausbildungs- und Wohnbedingungen Auszubildender in München dauerhaft zu verbessern
  • Vernetzung der bestehenden Angebote der Beratung und Unterstützung Auszubildender in München
  • Schaffung eines neuen Angebots zur finanziellen Beratung von Auszubildenden
  • Organisation neuer Bündnisse für die Anliegen Auszubildender über den Beirat Grundlage für die Belegung der Wohnungen bildet ein Auswahlverfahren, das dem Grund-satz einer Belegung nach Kriterien der sozialen Dringlichkeit durch die Einführung eines gewichteten Losverfahrens mit mehreren Lostöpfen Rechnung trägt und gleichzeitig ein Verfahren schafft, das mit vertretbarem Aufwand durchzuführen ist.

„Die Münchner Jugendbefragungen haben gezeigt: Junge Menschen lieben ihre Heimatstadt. Aber hohen Kosten für das Wohnen trüben das positive Bild der Stadt erheblich. Es ist für junge Menschen hier sehr schwer, auf eigenen Beinen zu stehen, einen eigenen Hausstand zu gründen und somit selbstständig und erwachsen zu werden. Mit dem Azubiwerk wollen wir Jugendliche und junge Erwachsene unterstützen.“ Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD)

Aktuell werden folgende neue Projekte verfolgt:

  • Pilotprojekt am Hanns-Seidel-Platz: 211 Appartements, Fertigstellung 2023
  • Freiham: bis zu 200 Wohnungen auf einem städtischen Grundstück
  • Leibengerstraße: 2021 beschlossen, 141 Wohnungen in Kooperation mit dem Personal- und Organisationsreferat der Stadt München
  • Kooperationsprojekte mit freien Trägern der Jugendhilfe und weiteren Partner*innen: Derzeit finden Gespräche mit der Caritas München über eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Azubiwerk bei der Erweiterung ihres Jugendhauses Am Blütenanger 64 um bis zu 72 Wohneinheiten statt. Bei den anstehenden Projekten wird es bei fast allen drei Vergabesäulen geben: an städtische Auszubildende, Lehrlinge von Münchner Betrieben und per Direktvergabe an Azubis, die sich bewerben.

„Das Azubiwerk soll kein Modellprojekt bleiben. Unser Ziel als SPD/Volt Fraktion sind 1000 Wohnungen für Auszubildende. Das unterscheidet uns vom Freistaat, der seiner Verpflichtung hier nicht nachkommt und mehr als 1000 Wohnungen für Studierende leer stehen lässt. Auch wenn bezahlbares Wohnen das Herz des Azubiwerks ist, so ist das Azubiwerk mehr als Wohnen. Das Azubiwerk will die Wohnungs-, Ausbildungs- und Lebensbedingungen von Auszubildenden nachhaltig verbessern.“

Simone Burger, wohnungspolitische Sprecherin der SPD/Volt-Fraktion

KJR und DGB-Jugend werden ihre langjährige, fundierte Erfahrung und die Perspektive junger Menschen in das Projekt Azubiwerk einbringen, insbesondere in der Frage: wie wollen junge Menschen heute Wohnen? Dabei können sie dank ihrer Vernetzung aus einer Vielzahl von Projekten schöpfen, von studentischen und betrieblichen Wohnheimen bis zu gemeinschaftlich oder in Vereinen organisierten Wohnangeboten. Außerdem werden sie Input zur Wohn- und Lebenssituation junger Menschen und deren Bedürfnissen liefern – aber nicht nur im Kontext der direkt vom Azubiwerk verwalteten Wohnheime, sondern auch für junge Menschen generell. Denn für die soll das Azubiwerk ja auch Beratungs- und Ansprechpartner sein.

„Junges Wohnen ist mehr als Zimmer, Küche, Bad. Junge Menschen wollen Gemeinschaft erleben, ihren Wohnraum gestalten und Verantwortung dafür übernehmen. So werden die Wohnprojekte des Azubiwerkes nicht anonyme Wohnsilos, sondern echte Lebensräume.“

Judith Greil, Vorsitzende des Kreisjugendrings München-Stadt

Der KJR und die DGB-Jugend bündeln als Interessensvertretungen junger Menschen in München deren Anliegen und Wünsche. Diese werden sie in das Azubiwerk hineintragen, vor allem bei Fragen nach Wohnformen, Beratung und Betreuung. Darüber hinaus betreuen sie die Vertreterinnen der Bewohnerinnen und unterstützen sie dabei, die direkte Partizipation innerhalb des Azubiwerks auszuüben. Dazu gehören für KJR und DGB-Jugend Beratung und Hilfestellungen beim Aufbau der Selbstverwaltungs- und Mitbestimmungsstrukturen und in deren aktiven Betrieb. Zudem werden KJR und DGB-Jugend das Münchner Modell in andere Städte tragen und gleichzeitig auch die Erfahrungen anderer Projekte in das Azubiwerk einfließen lassen. Und zwar in direkter Zusammenarbeit mit den Bewohner*innen und jungen Menschen dieser Städte.

Über die eigenen Strukturen wie etwa die Jugend- und Auszubildendenvertretungen, die Gewerkschaftsjugenden oder die Jugendverbände im KJR können die DGB-Jugend und der Kreisjugendring München-Stadt das Azubiwerk bekannt machen und dafür sorgen, dass das Angebot bei denen ankommt, die es brauchen. Außerdem werden sie über diese Strukturen und über ihre politischen Vernetzungen die aktuellen Debatten im Azubiwerk in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext bringen. Dadurch ermöglichen sie einen breit aufgestellten politischen Dialog. Dazu gehört auch ein Diskurs mit anderen Wohnheimträgerinnen und -trägern über Erhalt, Ausbau und Weiterentwicklung von Wohnangeboten für junge Menschen.

„Neben der Stadtverwaltung und den kommunalen Wohnungsbaugesellschaften brauchen die Azubis eine starke Stimme im Vorstand des Azubiwerkes. Diese Stimme wollen wir sein!“

Kristofer Herbers, Jugendsekretär der DGB Jugend