Städtebauliche Entwicklung des Großmarktareals
Aktualisiert am 20.11.2025
Antrag
Die Stadtverwaltung wird beauftragt, einen Masterplan für die Entwicklung des Areals an der Großmarkthalle sowie Schlacht- und Viehhof zu erarbeiten und Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen. Dem Plan liegen folgende Eckpunkte zugrunde:
- Ein Großteil des Areals wird für den Wohnungsbau vorgesehen. Künftige Gewerbenutzungen umfassen vor allem Lebensmittelhandel und Gastronomie, um den Charme des Großmarktviertels zu erhalten.
- Die denkmalgeschützte Großmarkthalle wird für den Marktbetrieb genutzt. Auf einem Teil der Fläche sollen die Münchner Endverbraucher*innen einkaufen können, auf einem anderen Teil weiterhin die Lebensmittelhändler*innen. Beispiele für große erlebbare Markthallen gibt es in London, Paris oder Barcelona.
- Am bisherigen Großmarktareal findet künftig kein Umschlaghandel mehr statt. Ein neuer Standort kann am Stadtrand oder außerhalb der Stadtgrenzen in Zusammenarbeit mit Händler*innen und Umlandgemeinden erschlossen werden. Für den Betrieb des neuen Umschlagplatzes ist die LHM nicht zuständig.
Der Plan sieht ein Stufenkonzept vor, abhängig von den jeweiligen Zeitpunkten, zu denen die Erbpacht-Verträge der verschiedenen Standorte auslaufen. Bei allen Planungen ist die Händlerschaft einzubeziehen.
Die Verwaltung wird beauftragt, die möglichen Umsetzungsvarianten mit den jeweiligen Kosten aufzuführen und dem Stadtrat bis Ende 2026 vorzulegen, damit die Händlerschaft eine klare Perspektive für die Zukunft hat.
Begründung
Die Realisierung eines neuen Großmarkts an der Schäftlarnstraße ist, nachdem sich der Bieter aus dem Verfahren zurückgezogen hat, bis auf weiteres unrealistisch. Eine Lösung, die den aktuellen Betrieb am gleichen Standort über 2030 hinaus erlaubt, ist finanziell und organisatorisch nicht möglich. Deshalb wird die Stadtverwaltung aufgefordert, das absehbar freiwerdende Areal zu überplanen – inklusive des angrenzenden Schlacht- und Viehhofs. Auf den freiwerdenden Flächen können viele bezahlbare Wohnungen mit der dazugehörigen sozialen und kulturellen Infrastruktur Platz finden. Die denkmalgeschützten Gebäude wiederum können ertüchtigt werden und auch weiterhin für den Marktbetrieb genutzt werden – so bliebe dem Viertel der Marktcharakter weiterhin erhalten, wenn auch in kleinerem Stil. Ein großer Teil des Marktbetriebs – der Umschlag von LKW-Ladungen – muss und soll nicht mehr in bester Innenstadtlage stattfinden. Lösungen mit guter Autobahn- und ggf. Schienenanbindung sind denkbar, auch außerhalb der Stadtgrenzen. Weil Teile der Flächen noch über Jahre verpachtet sind, teils bis 2040, soll der Entwicklungsplan in einem Stufenmodell erfolgen. So kann für Teilflächen bereits vorzeitig mit der Entwicklung angefangen werden.
SPD-Fraktion
Kathrin Abele
Verena Dietl
Lena Odell
Lars Mentrup
Anne Hübner
Micky Wenngatz
Stefanie Krammer
Klaus Peter Rupp
Dr. Julia Schmitt-Thiel
Mitglieder des Stadtrates

