Schlagwortarchiv für: Christian Köning

Antrag

Der Stadtrat möge beschließen:
Freischankflächen für die Gastronomie werden kurzfristig und dort, wo es räumlich und rechtlich möglich ist, zugelassen und erweitert.
Hierfür werden zum Beispiel temporäre Umwandlungen von Parkplätzen in Freischankflächen im Einzelfall unbürokratisch ermöglicht. Gastronomiebetrieben ohne Freischankflächen wird eine Freischankflkächennutzung im öffentlichen Raum ermöglicht.
Diese Maßnahmen gelten zunächst befristet für 2020. Die städtischen Gebühren für
Freischankflächen werden für die Dauer der wegen Corona behördlich angeordneten
Betriebsschließungen erlassen.

Begründung

Die Corona-Pandemie hat die Münchner Gastronomie hart getroffen. Existenzen stehen auf dem Spiel und damit auch die Lebensader dessen, was man gerne als Münchner Gemütlichkeit bezeichnet. Viele Gastronomiebetriebe sind nun in ihrer Existenz bedroht.
Die Landeshauptstadt München soll die Gastronomen in dieser Situation unterstützen und auch kreative Möglichkeiten zur Erweiterung des gastronomischen Angebots und damit eine Abmilderung des Verdienstausfalls ermöglichen.
Ab dem 18. Mai 2020 dürfen unter Einhaltung der erforderlichen strengen Hygienevorschriften Biergärten sowie Freischankflächen wieder betrieben werden. Hierfür ist insbesondere zwischen den Gästen ein Abstand von 1, 5 Meter einzuhalten.
Um einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen, ist die Zulassung und egebenenfalls Erweiterung der Freischankflächen ein wirksames Instrument. Mit den Pilotversuchen der Sommerstraßen und Parklets 2019 sowie den Erfahrungen mit temporären Umnutzungen wie dem PARK(ing) DAY liegen der Stadtverwaltung bereits Erfahrungen vor.
In Wien werden Kfz-Stellplätze durch sogenannte Schanigärten temporär umgenutzt. Oft sind diese mit Blickschutzwänden eingezäunt, auf einem Podium errichtet oder mit Topfpflanzen geschmückt. Sie sind damit von der Straße sicher abgegrenzt und erhöhen durch die Begrünung die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.

gez.
Christian Vorländer
Andreas Schuster
Christian Köning
Julia Schmitt-Thiel
Felix Sproll
Nikolaus Gradl
Barbara Likus
Klaus Peter Rupp
Lena Odell

Fraktion SPD/Volt

Corona-Pandemie: Versorgung von Opfern häuslicher Gewalt sicherstellen

Die Stadt stellt im Rahmen der Bekämpfung der Corona-Pandemie ein gesundheitsschützendes Aufnahmeprocedere der Münchner Frauenhäuser zur angemessenen Betreuung von Opfern häuslicher Gewalt sicher. Frauen, die Opfer von Gewalt werden und dringend einen Schutzraum benötigen, werden zunächst flexibel in einem Hotel/einer Pension untergebracht und dann in einem Frauenhaus, soweit dort ein Platz frei ist.

Begründung

Es gibt keine aussagekräftigen Zahlen zur Entwicklung häuslicher Gewalt während der letzten Wochen. Von einer hohen Dunkelziffer ist jedoch auszugehen. Frauen haben in diesen Krisenzeiten viel weniger Möglichkeiten, ihre häusliche Situation zu verlassen und Hilfe zu holen. Die Stadt muss hier den nötigen Schutz sicherstellen.

Anne Hübner
Christian Müller
Christian Köning

Fraktion SPD/Volt

Corona-Pandemie: Betreuung von Menschen mit Behinderung sicherstellen

Die Stadt stellt im Rahmen der Corona-Pandemie folgende Rahmenbedingung zur angemessenen Versorgung von Menschen mit Behinderung sicher:
Einrichtung einer städtischen Anlaufstelle für Menschen mit Behinderung und deren Assistenzkräfte.

Begründung

Vor allem Menschen mit Behinderung, die sich möglichst selbstständig zu Haus versorgen, sind dennoch auf die Unterstützung von Assistenzkräften (oder auch Angehörigen) angewiesen.
Wenn diese Assistenzkräfte aufgrund mangelnder Schutzausrüstung und Risikoaufklärung oder aus anderen Gründen die notwendigen Aufgaben nicht mehr erfüllen können oder möchten, verfügen diese Menschen mit Behinderung aktuell über keine ausreichende Unterstützung.

Anne Hübner
Christian Müller
Christian Köning

Fraktion SPD/Volt

Antrag zur dringlichen Behandlung in der Vollversammlung des Stadtrates am 13.05.2020

Dem Stadtrat wird dargestellt, wo welche Personengruppen derzeit vor allem mit dem Corona-Virus infiziert werden und zeigt auf, welche Maßnahmen sie ergreift, um diese Risikogruppen vor einer Ansteckung zu schützen und so die Infektionsketten zu unterbrechen.
Die LH München stellt kurzfristig sicher, dass Menschen in Unterkünften, die infiziert sind oder als Kontaktperson unter Quarantäne gestellt werden müssen, menschenwürdig untergebracht sind. Vor allem Familien werden in geeigneten Unterkünfte untergebracht und entsprechende Räumlichkeiten angemietet (z.B. Familienhotels, Ferienwohnungen).
Die Stadtrat stellt im Rahmen der Corona-Pandemie außerdem folgende Rahmenbedingungen in den kommunalen Geflüchteteneinrichtungen sicher:
– Rasche Entzerrung der Belegung unter anderem durch Identifikation und Unterbringung von besonders vulnerablen Gruppen (ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere, Menschen mit psychischen Probleme, LGBTIQ) in geeigneten Räumen (beispielsweise Appartementhotels mit Kochgelegenheit oder Ferienwohnungen);
– Rasche Einrichtung von Rückzugsräumen, um Bewohner*innen eine Alternative zur Enge der Zimmer zu bieten als Präventionsmaßnahme gegenüber häuslicher Gewalt, psychischer Belastung und Kindeswohlgefährdung;
– Einrichtung von Rückzugsräumen, um Bewohner_innen eine Alternative zur Enge der Zimmer zu bieten als Präventionsmaßnahme gegenüber häuslicher Gewalt, psychischer Belastung und Kindeswohlgefährdung;
– Verstärkte Digitalisierung in den Gemeinschaftsunterkünften durch die Einrichtung von IT-Räumen sowie Bereitstellung eines lückenlosen, flächendeckenden Internetzugangs für die Unterkünfte und Versorgung mit Endgeräten inklusive Druckmöglichkeiten. Ziel ist die rasche und unkomplizierte Unterstützung für Kinder und Jugendliche, damit sie am Unterricht teilnehmen können;
– Überführung von Familien mit Kindern nach spätestens 6 Monaten aus Münchner Ankereinrichtungen in dezentrale Unterbringung;
– Ausreichende Testung und kurzfristige medizinische Versorgung der Untergebrachten sowie effiziente Quarantänemaßnahmen im Falle einer Infektion;
– Ausweitung sozialer (Online-)Betreuung durch hauptamtliche Fachkräfte in den Unterkünften und Öffnung der Unterkünfte für freiwillige Hilfe.

Begründung

Aus den zahlreichen Rückmeldungen von den Münchner ehrenamtlichen Helfer_innen geht hervor, dass einige Mängel in den Geflüchtetenunterkünften bestehen. So können oftmals Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen aufgrund von eng belegten Mehrbettzimmern, Gemeinschaftsküchen und geteilten sanitären Einrichtungen nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Vor allem für Familien in Quarantäne sind die Zustände unhaltbar und inakzeptabel, wenn hier Eltern oder Alleinerziehende mit mehreren Kindern oder Jugendlichen sich nur noch in einem Raum aufhalten dürfen.
Auch die mangelhafte IT-Ausstattung und der nur partiell vorhandene Internetzugang stellen ein Problem dar. Viele schulpflichtige Kinder sind aktuell nicht in der Lage, die Unterlagen, die die Schule digital schickt, zu bearbeiten und sehen sich so einem großen Ungleichgewicht bezüglich ihrer Bildungschancen ausgesetzt. Ein Ausbau würde es auch Arbeitssuchenden erleichtern, sich auf Stellenangebote zu bewerben und abseits der beengenden W-LAN Hotspots die so wichtige Kontaktaufnahme zu Familienmitgliedern elementar erleichtern.
Zudem müssen umgehend die Fristen bei Behörden und Gerichten ausgesetzt werden. Beratungsstellen, Anwaltskanzleien und Rechtsantragstellen haben größtenteils geschlossen und ihre Hilfe ausgesetzt. Der Rechtsstaat steht auf dem Spiel, wenn Geflüchtete deshalb nicht mehr in der Lage sind, gegen ablehnende Asylbescheide zu klagen. Zwar wurden die Dublin-Überstellungen innerhalb Europas gestoppt, nicht jedoch Abschiebungen direkt in die Herkunftsländer der Flüchtlinge.
Die Berater*innen der Wohlfahrtsverbände sind aufgrund strenger Vorschriften zudem kaum noch in den Einrichtungen und das starke Münchner Freiwilligennetz derzeit nicht handlungsfähig. Vor allem in dieser Extremsituation ist dies jedoch unabdingbar.
Die Stadt muss diese Missstände so schnell wie möglich im Sinne der Menschen vor Ort beheben und zeitnah tragfähige Konzepte erarbeiten.

Anna Hübner
Christian Müller
Christian Köning

Fraktion SPD/Volt