Freistaat darf nicht an Kindern sparen

Foto: Lindemann

24. August 2021

Der Freistaat Bayern darf nicht an der Sprachförderung sparen: Deshalb fordern die Fraktionen von SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste in einem gemeinsamen Antrag, dass die Vorkurse Deutsch für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache erhalten und ausgebaut werden. Zudem muss es endlich ein einheitliches Konzept für dieses wichtige Kursangebot geben. Hier steht der Freistaat in der Pflicht.

Homeschooling, Wechselunterricht, geschlossene Freizeiteinrichtungen, wenige Sozialkontakte: Der Lockdown während der Corona-Pandemie hat Kinder und Jugendliche besonders getroffen. Das gilt vor allem für diejenigen, die noch nicht gut Deutsch sprechen. Ihnen fehlen wichtige Monate des Übens. Gerade jetzt will der Freistaat den „Vorkurs Deutsch“ zurückfahren, weil ihm Lehrer/innen fehlen. Dagegen wehren sich die Stadtratsfraktionen von SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste. Sie fordern, die Kurse nicht nur zu erhalten, sondern auszubauen, und gleichzeitig einen einheitlichen Lehrplan zu entwickeln, um einen gleichwertigen Leistungsstand an allen teilnehmenden Kindertagesstätten und Schulen zu gewährleisten.

Den „Vorkurs Deutsch“ für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache gibt es in Bayern seit 2001. In München startete das Angebot im Schuljahr 2002/03 mit zehn Kursen, mittlerweile sind es rund 500. In 240 Unterrichtsstunden erhalten die Kinder eine zusätzliche Sprachförderung. Teilnehmen können nicht nur Mädchen und Jungen, die zwei- oder mehrsprachig aufgewachsen sind, sondern auch muttersprachliche Kinder, die noch nicht ganz so fit im Deutschen sind.

Dazu sagt Julia Schönfeld-Knor, bildungspolitische Sprecherin der SPD/Volt-Fraktion:

„Es ist uns wichtig, dass alle Kinder, die im Deutschen noch nicht ganz so fit sind, eine gezielte Förderung erhalten – und zwar unabhängig von ihrer Herkunft oder der Muttersprache ihrer Eltern. Denn gute Sprachkenntnisse sind der Schlüssel zu Integration und gesellschaftlicher Teilhabe. Die Vorkurse leisten hier hervorragende Arbeit und müssen ausgebaut werden. Warum der Freistaat Bayern genau an dieser Stelle sparen will, ist vollkommen unverständlich.“

Und Dominik Krause, Stadtrat von Die Grünen – Rosa Liste, sagt:

„Der Vorkurs Deutsch ist unentbehrlich, um für Kinder mit sprachlichem Förderbedarf Chancengleichheit herzustellen. Das gilt vor allem für München, wo viele Kinder leben, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Wer glaubt, hier sparen zu können, wird sich bald mit den sozialen Konsequenzen befassen müssen – und das wird mit Sicherheit teurer.“

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