Günstigen Wohnraum für Senior/innen schaffen

27. September 2020

Schon jetzt ist jeder vierte Münchner über 65 Jahre von Armut betroffen. Und selbst wenn Paare mit ihrer Rente auf 2000 bis 2500 Euro kommen, können sie sich eine neue Wohnung im angespannten Mietmarkt der Landeshauptstadt kaum mehr leisten. Die SPD/Volt-Stadtratsfraktion will nun speziell für Senior/innen ab 65 günstigen Wohnraum schaffen – auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne.

Auch Senior*innen haben das Recht, weiter in München wohnen zu bleiben: Dafür setzt sich SPD-Stadträtin Simone Burger ein. Foto: SPD/Volt
Auch Senior*innen haben das Recht, weiter in München wohnen zu bleiben: Dafür setzt sich SPD-Stadträtin Simone Burger ein. Foto: SPD/Volt

Dafür hat die Stadt bereits ein passendes Instrument zur Hand: den sogenannten konzeptionellen Mietwohnungsbau (KMB), der 2013 auf Initiative der SPD in München eingeführt wurde, um das weitere Ansteigen der Grundstückspreise zu bekämpfen und stabile Mieten für die Mittelschicht zu sichern. Ein Grundstück erhält nicht der Investor, der am meisten bezahlt, sondern derjenige, der das beste Konzept vorlegt. Die Bedingung seit 2019: Mindestens 60 Prozent der Wohnungen müssen mit bestimmten Zielgruppen belegt werden, die besonders von der angespannten Wohnungssituation betroffen sind. Bisher gab es Ausschreibungen für Menschen mit geringem Einkommen, Menschen mit Behinderung oder junge Menschen.

Nach Erfahrung der SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat leiden aber auch Senior/innen besonders unter der überhitzten Situation auf dem Wohnungsmarkt. Deshalb soll nach Willen der Rathauskoalition auf dem Gelände der früheren Bayernkaserne, wo 5500 Wohnungen für 15.000 Menschen gebaut werden, ein Teil der KMB-Wohnungen an Senior/innen vergeben werden. Die Bewohnerinnen und Bewohner haben anfangs eine Miete von maximal 13,50 Euro kalt. Eine 50 Quadratmeter große Wohnung kostet demnach 675 Euro. Fünf Jahre lang gilt ein Mietenstopp, danach sind nur moderate Erhöhungen nach dem Lebenshaltungskostenindex erlaubt. Die nächsten Ausschreibungen auf dem Gelände sind bis spätestens Anfang des kommenden Jahres geplant.

Durch den konzeptionellen Mietwohnungsbau sind bisher 1500 Wohnungen an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet entstanden, im Bau oder geplant. Allein in Freiham sind es 600. Im Gegensatz zu den vom Freistaat geförderten Sozialwohnungen, die schon nach 25 Jahren aus der Bindung fallen, gilt hier eine Bindung von 80 Jahren.

Dazu sagt die wohnungspolitische Sprecherin Simone Burger:

„Die Durchschnittsrente für Männer liegt in Bayern bei 1349 und für Frauen bei 969 Euro. Allein schon diese Zahlen zeigen, was eine Eigenbedarfskündigung für Seniorinnen und Senioren bedeuten kann: mit dem Einkommen eine bezahlbare Wohnung zu finden. Zu konkurrieren mit jüngeren Menschen mit gehobenem Einkommen. Um Seniorinnen und Senioren in einer solcher Situation zu helfen, will die SPD/Volt-Fraktion ein neues Angebot schaffen. Die preisgedämpften Wohnungen in der Bayernkaserne sollen der erste Schritt sein. Wenn das Angebot angenommen wird, wollen wir es ausbauen.“

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