Mehr Ganztagsplätze für Grundschulkinder

Julia Schönfeld-Knor. Foto: Lindemann

25. Oktober 2020

Der kooperative Ganztag bietet eine flexible und pädagogisch hochwertige Betreuung für Grundschülerinnen und Grundschüler. Bei Familien wird dieses Angebot immer beliebter. Doch die vom Freistaat zugelassene Höchstzahl an Standorten ist ausgereizt. Die SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat fordert daher gemeinsam mit dem Koalitionspartner Die Grünen – Rosa Liste das bayerische Kultusministerium auf, das Modell auszuweiten und so sicherzustellen, dass bis 2025 ausreichend Plätze für alle Kinder zur Verfügung stehen.

Mittagsbetreuung, Tagesheim, Hort, Eltern-Kind-Initiative, offener und gebundener Ganztag – wer sein Kind in München einschult und eine Betreuung jenseits des Vormittags braucht, der muss sich erst einmal durch das vielfältige Angebot wühlen, um etwas Passendes zu finden und dann auch noch einen Platz bekommen. Zum Schuljahr 2018/19 hat die Stadt daher mit dem Freistaat ein Pilotprojekt gestartet: Die kooperative Ganztagsbildung bietet eine Betreuung bis 18 Uhr in der Schule, auch in den Ferien. Das Angebot vereint die pädagogische Qualität der Horte und Tagesheime mit der zeitlichen Flexibilität der Mittagsbetreuungen. Auch die Stadt als Sachaufwandsträger hat Vorteile: Die gemeinsame Raumnutzung im Lernhauskonzept benötigt weniger Fläche. Zudem schafft die Betreuung in der Schule Platz in den Kitas für dringend benötigte Krippen- und Kindergartenplätze.

Bei den Münchner Eltern spricht sich das herum. Nach Angaben des Bildungsreferats entscheiden sich immer mehr Familien dafür. Doch der Freistaat hat die Zahl der Modellprojekte auf 50 begrenzt, 13 Standorte befinden sich in München. Die SPD/Volt-Stadtratsfraktion fordert das Kultusministerium daher auf, die Zahl der Schulen mit Ganztagsbetreuung zu erhöhen und der Stadt München den Ausbau zu ermöglichen.

Denn 2025 kommt der bundesweite Rechtsanspruch auf eine ganztägige Betreuung für Grundschulkinder. München ist auf einem guten Weg: Rein rechnerisch gibt es für 79 Prozent aller Sechs- bis Zehnjährigen einen Platz. Bis zur Vollversorgung aber ist noch einiges zu tun: Weitere Angebote müssen geschaffen, vorhandene Mitarbeitende qualifiziert und neue gefunden werden.

Dazu sagt die bildungspolitische Sprecherin der SPD/Volt-Fraktion, Julia Schönfeld-Knor:

„Der Ausbau der Ganztagsbetreuung ist uns als SPD/Volt-Fraktion besonders wichtig. Denn nur so kann es eine echte Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Eltern und Chancengleichheit für die Schülerinnen und Schüler geben. Der kooperative Ganztag ist dabei das vielfältigste Modell, weil es den Bedürfnissen von Familien am besten entgegenkommt und die ganze Schulfamilie in ein Boot holt. Wir sind sehr gut gestartet. Nun liegt der Ball beim Freistaat, den Ausbau weiter zu finanzieren. Wir sind bereit.“

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