Werksschließung von Bosch verhindern!

10. August 2021

Der Automobilzulieferer Bosch prüft derzeit die Schließung eines Werks in München Berg am Laim sowie eine mögliche Produktionsverlagerung. 250 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Die SPD/Volt-Fraktion möchte gemeinsam mit dem Betriebsrat die Schließung des Werks noch verhindern und sieht zudem insgesamt die Gefahr, dass auch andere Automobilhersteller und Zulieferer am Standort München Stellen streichen werden.

Werksschließung von Bosch verhindern!
Werksschließung von Bosch verhindern! SPD-Stadtratsmitglieder Simone Burger und Christian Müller im Gespräch mit Giuseppe Ciccone, Betriebsratsvorsitzender Robert Bosch, IG Metall München.

Die Automobilbranche befindet sich im Wandel vom Verbrennungsmotor hin zum elektrischen Antrieb. Davon ist auch Bosch betroffen. Im Werk in Berg am Laim findet die Fertigung von Elektrokraftstoffpumpen und Einspritzventile statt. Da die zu erwartende Stückzahlentwicklung der Komponenten zukünftig rückläufig sei, so der Konzern, bedürfe es einer Anpassung. Im Gespräch ist sowohl eine Verlagerung der Produktion als auch eine komplette Schließung des Werks, was 250 Mitarbeitenden den Job kosten könnte.

Für die SPD/Volt-Fraktion ist diese Stellenkürzung nicht hinnehmbar. Die Automobilbranche wandelt sich nicht erst seit gestern. Sie unterstützt daher die Forderungen des Betriebsrats, die Bosch seit Jahren darauf drängt, für den Standort München Zukunftsperspektiven aufzuzeigen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben schon frühzeitig Produkte für Elektroautos eingefordert. Sollte Bosch sich tatsächlich dazu entscheiden, den Standort in München langfristig nicht weiterzuführen, fordert die SPD/Volt-Fraktion Bosch auf, angemessene Übergangslösungen für eine Weiterbeschäftigung für die kommenden Jahre anzubieten.

Dazu sagt Christian Müller, Fraktionsvorsitzender von SPD/Volt:

„Die Beschäftigten dürfen nicht im Regen stehen gelassen werden, sie brauchen eine Perspektive. Wenn Bosch es verpasst hat, rechtzeitig auf die sich verändernden Bedingungen zu reagieren, dürfen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht die Leitragenden sein. Ich sehe gerade Bosch, als mehrfach ausgezeichneten Arbeitgeber, in der Verpflichtung, trotz aller wirtschaftlichen Überlegungen, für seine Münchner Belegschaft Lösungen aufzuzeigen und eine Weiterbeschäftigung für die kommenden Jahre zu garantieren.“

Dazu sagt Giuseppe Ciccone, Betriebsratsvorsitzender Robert Bosch, IG Metall München:

„München kämpf aktuell um das Überleben des Werkes in Berg am Laim. Alle Bosch PS Werke haben ein Standortsicherungsvertrag bis 2026, nur das PS Werk Bosch München leider noch nicht. Wir als Mitarbeiter in München wünschen uns eine Perspektive für die Zukunft. Von 2005 bis 2017 haben wir ein Beitrag für die Zukunft bezahlt und nun hält Bosch sein Versprechen nicht mehr und will das Werk schließen. Sobald die Verlagerung beginnt, werden wir uns alle an den Anlagen anbinden, um die Verlagerung zu verhindern. Der Standort soll nicht geschlossen werden, weil er keine Zukunft hat oder in wirtschaftliche Schwierigkeiten steckt, sondern aus reiner Profitgier. Wir haben ein Alternativ-Konzept unsere Werkleitung vorgelegt wie wir die Werksschließung verhindern können. Leider wurde das Konzept vom Bereichsvorstand abgelehnt.“

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