Weniger Verkehr in Wohnstraßen: Paketauslieferung per Lastenrad

Anbieterunabhängige Paketboxen und ein Lastenrad-Logistik-Zentrum auf dem Viehhof-Gelände: Mit diesen Projekten will die SPD/Volt-Stadtratsfraktion Paketdienste auf ihrem Weg zu einem umweltfreundlichen Wirtschaftsverkehr unterstützen. Den Startschuss dafür soll der Mobilitätsausschuss des Stadtrats in seiner Sitzung am Mittwoch, 18. Januar, geben.

Zuerst liefert der gelbe Lastwagen Pakete, dann bringt ein Supermarkt frische Lebensmittel vorbei, während zwei Häuser weiter der Bote zahlreiche Päckchen in einen Hausgang schleppt: Die Münchnerinnen und Münchner bestellen viel mehr online und lassen es sich nach Hause liefern. Verstärkt wurde der Effekt noch durch die Corona-Pandemie. Auch zahlreiche lokale Einzelhändler bieten diese Dienste mittlerweile an. Der Wirtschaftsverkehr in den Wohngebieten nimmt zu.

Um diese Entwicklung in umweltfreundlichere Bahnen zu lenken, wird der Münchner Stadtrat als Teil der Mobilitätsstrategie 2035 auch den Bereich urbane Logistik neu ordnen. Der SPD/Volt-Fraktion ist dabei besonders wichtig, den Anbietern eine Struktur zur Verfügung zu stellen, die einen zukunftsfähiges Wirtschaften ermöglicht und gleichzeitig den Lieferwagen-Verkehr in den Wohngebieten reduziert.

Dazu erprobt München jetzt zwei Projekte: Zum einen stellt die Stadt den Paketdiensten ein Lastenrad-Logistik-Zentrum auf dem Viehhofgelände zur Verfügung. Hier können Anbieter Pakete überdacht und zentral auf Lastenräder umladen, die dann in die angrenzenden Viertel fahren. Zudem sollen etwa an U-Bahn-Stationen anbieterunabhängige Paketboxen aufgestellt werden, an denen die Menschen ihre Bestellungen abholen können.

„Wir wollen erreichen, dass die Zustellung von Tausenden von Paketen in München ohne Emissionen stattfindet. Auf diesem Weg werden wir die Lieferdienste mit den anbieterunabhängigen Paketboxen und dem Lastenrad-Logistik-Zentrum unterstützen. Langfristig wünschen wir uns, dass Pakete nicht mehr in Diesel-Fahrzeugen in Wohngebieten ausgeliefert werden, sondern emissionsfrei mit E-Fahrzeugen oder Lastenrädern. Dafür aber brauchen wir eine Gesetzesänderung auf Bundesebene.“

Nikolaus Gradl, verkehrspolitischer Sprecher der SPD/Volt-Fraktion