Erstes Münchner Väterberatungszentrum kann starten

Die Diakonie Hasenbergl wird Münchens erstes Väterberatungszentrum leiten – das hat der Kinder- und Jugendhilfeausschuss des Stadtrats beschlossen. Vier Jahre lang soll das Modell getestet werden, eine Evaluation wird zeigen, ob und wie die Einrichtung dauerhaft angeboten wird.

Vater sein hat sich verändert. Viel mehr als früher steht die Familie im Mittelpunkt, viel mehr wollen sich auch Väter aktiv kümmern und das Aufwachsen ihrer Kinder miterleben sowie fördern. Dennoch werden Väter von den bestehenden Beratungs- und Bildungseinrichtungen für Eltern und Familien schwieriger erreicht. Das gilt insbesondere auch in getrennten Familien – und ganz besonders dort, wo es eine sehr konflikthaltige Trennung gab. Hier kommt es häufig sogar zum Kontaktabbruch.

 Bisher gibt es kein Angebot in München, das sich speziell an Väter richtet. Das ändert sich jetzt. Das Väterberatungszentrum soll eine Anlaufstelle mit einfachem Zugang sein, ein Begegnungs- und Beratungsangebot, das Unterstützung ausgerichtet auf die Zielgruppe der Väter bietet. In einem Cafébereich kann man niederschwellig ins Gespräch kommen, für die individuelle Beratung wird des genauso Räume geben wie für Gruppenberatung.

„Väter wollen sich heute viel mehr in die Familienarbeit einbringen als früher. Doch gerade bei konfliktbeladenen Trennungen verlieren sie oftmals den Kontakt zu ihren Kindern und leiden sehr darunter. Zum Beispiel in solchen Fällen kann das Väterberatungszentrum unterstützen. Denn von zugewandten, engagierten Vätern profitieren nicht nur die Männer selbst, sondern auch die Kinder und Familien. Mit der Diakonie Hasenbergl haben wir einen erfahrenen Träger gefunden, der sich in der Väterarbeit auskennt und nun in der vierjährigen Modellphase testen kann, welche Angebote Männer in München brauchen.“

Christian Müller, Vorsitzender der SPD/Volt-Fraktion