Glasfaserausbau in den Münchner Außenbezirken beschleunigen
Aktualisiert am 19.12.2025
ANTRAG
Die Stadtverwaltung wird gebeten, die Deutsche Telekom aufzufordern, einen verbindlichen und transparenten Bauzeitplan für den Glasfaserausbau der nächsten Jahre vorzulegen. Ziel ist es, die Anbindung der Münchner Außenbezirke deutlich zu beschleunigen und Versorgungslücken konsequent zu schließen.
Hierbei sollen unter anderem folgende Fragen erörtert werden:
1. Wie viele Haushalte sind seit 2021 in den noch nicht durch die SWM und M-net erschlossenen Gebieten durch die Deutsche Telekom per Glasfaser angebunden worden (mindestens Homes Passed einerseits sowie Homes Connected / FTTH andererseits)?
2. Wie genau gestaltet sich die zeitliche Ausbauplanung der Deutschen Telekom für die flächendeckende Glasfasererschließung in den bislang noch nicht erschlossenen Gebieten in München?
3. Inwiefern ist im Rahmen des Ausbauverfahrens durch die Deutsche Telekom sichergestellt, dass es zu möglichst geringen Beeinträchtigungen durch Baustellen für die Anwohnerinnen und Anwohner kommt (Gebäudeanschluss aller Gebäude in einem Ausbaugebiet, idealerweise Vollausbau der Gebäude anstatt sukzessiver Erschließung einzelner Wohnungen)?
BEGRÜNDUNG
Eine flächendeckende Glasfaser-Versorgung ist ein zentraler Bestandteil der digitalen Daseinsvorsorge für die Landeshauptstadt München. In vielen Stadtteilen Münchens wie Aubing, Allach, Feldmoching, Freimann, Trudering oder Daglfing gibt es aber bis heute keine flächendeckende Glasfaserinfrastruktur. Gleichzeitig soll der Ausbau zu möglichst wenig Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger führen – und Anbieter-Wahlfreiheit für die Nutzerinnen und Nutzer sichergestellt werden. Um diese Ziele zu erreichen, sind Infrastruktur-Kooperationen zwischen den Anbietern eine wesentliche Voraussetzung. Die Zusammenarbeit zwischen Telekom, M-net und SWM bietet die Chance, Ressourcen zu bündeln, Kosten zu senken und den Ausbau effizienter zu gestalten. Dennoch kommt es aktuell immer wieder zu Verzögerungen und Koordinationsproblemen, insbesondere in den Außenbezirken. Teilweise werden Gebiete doppelt erschlossen, während andere weiterhin auf ihren Anschluss warten.
Ein klarer, gemeinsam abgestimmter Bauzeitplan schafft Transparenz, Planungssicherheit und ermöglicht eine gezielte Priorisierung bislang unterversorgter Gebiete. Gleichzeitig kann durch die Nutzung bestehender Infrastruktur (z. B. Leerrohre, Strom- und Wassertrassen) der Tiefbauaufwand reduziert und die Belastung für Anwohnerinnen und Anwohner verringert werden.
Bereits im Juni 2021 wurde ein Memorandum of Understanding zur Zusammenarbeit von Mnet, Deutsche Telekom und SWM geschlossen, mit dem Ziel München flächendeckend mit Glasfaser zu erschließen. Gegenüber der Stadt München sicherte die Deutsche Telekom damals verbindlich zu, die Bereiche Münchens, in denen bislang noch kein Zugang zum Glasfasernetz besteht, im Eigenausbau zu erschließen (Quelle: Zitat des Vorstandsvorsitzenden Tim Höttges in der Pressemitteilung der Deutschen Telekom vom 10. Juni 2021).
Im September 2025 wurde dann eine weitreichende Kooperation zwischen M-net und der Deutschen Telekom auf Basis der passiven Infrastruktur der SWM vereinbart: Die SWM verpachten der Telekom künftig über M-net Teile ihres passiven FTTH-Glasfasernetzes. Auch hierbei wurde durch die Deutsche Telekom in München ein Glasfaser-Eigenausbau für die Sicherstellung der flächendeckenden Teilhabe mit Gigabit-Geschwindigkeit zugesagt (Quelle: Zitat des für das Deutschland-Geschäft zuständigen Vorstandes Rodrigo Diehl in der Pressemitteilung der Deutschen Telekom vom 22. September 2025).
Inzwischen wurden die Zusagen seitens M-net und SWM vollumfänglich erfüllt: Bereits 2024 erhielt die Deutsche Telekom im Rahmen einer aktiven Vorleistung den 2021 zugesagten Bitstream Zugang auf das von M-net betriebene Glasfasernetz – und somit die Möglichkeit zur Versorgung eigener Kunden per Glasfaser. Und im November 2025 erfolgte die erste Anbindung eines SWM-Glasfaserknotens durch die Deutsche Telekom – und somit die Einrichtung eines Zugangs auf die passive Infrastruktur der SWM (Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Telekom vom 14. November 2025).
Wichtig für die Landeshauptstadt München ist nun, dass auch die Deutsche Telekom ihre Zusagen erfüllt. Nachdem aufgrund der vereinbarten Kooperation mit M-net nun keine Grundlage mehr für den im August 2024 angekündigten Parallelausbau durch die Deutsche Telekom im Münchner Innenstadtbereich besteht, sollte sich die Ausbaugeschwindigkeit sogar erhöhen lassen, da die frei gewordenen Baukapazitäten durch die Deutsche Telekom nun verstärkt für den Ausbau der noch unerschlossenen Gebiete eingesetzt werden können. Wichtig aus Sicht der Stadt ist dabei ein Vollausbau der Gebäude, bei der eine durchgängige Anbindung aller Haushalte im Bestand erfolgt – und keine sukzessive Erschließung auf Basis einzelner Aufträge, die über einen langen Zeitraum für Belastung der Anwohnerinnen und Anwohner sorgen würde.
Leider besteht derzeit aber Unklarheit über den tatsächlichen Baufortschritt. Es kommt verstärkt zu Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern, wann der Glasfaserausbau an ihrer Anschrift erfolgt. Zudem zeigen Beispiele wie der Bereich München-Johanneskirchen, dass durch die Deutsche Telekom Glasfaseranschlüsse mit bis zu 1.000 Mbit/s beworben werden, obwohl die Glasfaser tatsächlich nur in der Straße verlegt ist und in den Häusern nur Anschlüsse mit bis zu 250 Mbit/s oder gar 16 Mbit/s zur Verfügung stehen (Quelle: Interaktive Telekom Karte zur 5G, LTE und Festnetz-Abdeckung).
In diesem Kontext wirkt zusätzlich irritierend, dass sich die Deutsche Telekom laut aktuellen Aussagen des Vorstandsvorsitzenden beim Glasfaserausbau „noch gezielter auf ländliche Regionen konzentrieren möchte.“ (Quelle: Zitat von Tim Höttges im Bericht Telekom plant Glasfaser-Offensive: Das ändert sich jetzt).
Nur durch eine koordinierte, beschleunigte und flächendeckende Glasfaserversorgung kann München seine führende Rolle als moderne, zukunftsfähige und digital vernetzte Stadt behaupten.
SPD-Fraktion
Lars Mentrup
Anne Hübner
Lena Odell
Simone Burger
Roland Hefter
Christian Köning
Barbara Likus
Julia Schmitt-Thiel
Julia Schönfeld-Knor
Klaus Peter Rupp
Micky Wenngatz
Die Grünen – Rosa Liste – Volt
Judith Greif
David Süß
Thomas Niederbühl
Andreas Voßeler
Felix Sproll
Lyn Faltin
Mitglieder des Stadtrates


