Antrag
Der Oberbürgermeister wird gebeten, gemeinsam mit den zuständigen Referaten ein Konzept vorzulegen, wie die Erfassung, Kennzeichnung und Entfernung von Schrotträdern im öffentlichen Raum beschleunigt und organisatorisch verbessert werden kann.
Dabei sollen organisatorische, rechtliche und digitale Maßnahmen geprüft werden, die eine effizientere Bearbeitung und eine regelmäßige Räumung besonders belasteter Fahrradabstellanlagen ermöglichen:
- Prüfung, ob bewährte Verfahren anderer Großstädte mit manipulationssicheren Kennzeichnungen (widerstandsfähigere Banderolen, Kabelbinder oder Aufkleber) übernommen sowie der Umgang mit entfernten Kennzeichnungen und beschleunigte Verfahren zur Verschrottung unter Wahrung des Eigentumsrechts berücksichtigt werden können
- Optimierung der Arbeitsabläufe zwischen den beteiligten Dienststellen
- Regelmäßige Schwerpunktaktionen an besonders belasteten und stark frequentierten Standorten wie Bahnhöfen, U-Bahn-Stationen, Hochschulen
- Verbesserte Nutzung digitaler Meldemöglichkeiten (z.B. Meldeplattform „Mach München besser!), digitale Dokumentation der Verfahrensschritte und transparenter Monitorings zur Anzahl gemeldeter/entfernter Schrotträder sowie Bearbeitungsdauer
Dem Stadtrat ist über die Ergebnisse und die vorgesehenen Optimierungen zu berichten.
Begründung
Schrotträder blockieren wertvolle Fahrradabstellplätze und beeinträchtigen das Stadtbild. Insbesondere an Verkehrsknotenpunkten, im Umfeld von Hochschulen
sowie in dicht bebauten Quartieren stehen häufig Fahrräder, die offensichtlich nicht mehr genutzt werden und über längere Zeit öffentliche Abstellflächen belegen.

Die derzeit verwendeten Papierbanderolen können leicht entfernt oder beschädigt werden und verzögern dadurch häufig das Verfahren. Deshalb sollte geprüft werden, ob manipulationssicherere Kennzeichnungen sowie bewährte Verfahren anderer Großstädte – insbesondere Hamburg – übernommen werden können. Dort verhindert das bloße Entfernen einer Kennzeichnung nach erfolgter Dokumentation die Entfernung eines Schrottrads nicht; zudem sind in Gefahrenfällen beschleunigte Maßnahmen möglich. Gleichzeitig sollte die bestehende Plattform „Mach München besser!“ stärker zur Meldung von Schrotträdern genutzt und beworben werden.
Ziel ist es, bestehende Fahrradabstellanlagen durch die Optimierung bestehender Abläufe und kürzeren Bearbeitungszeiten schneller wieder ihrer eigentlichen Nutzung freizugeben. Im Vordergrund steht dabei nicht der Aufbau neuer Strukturen. Dies soll insbesondere durch eine verbesserte Bündelung von Meldungen, regelmäßige Schwerpunktaktionen an besonders belasteten Standorten sowie eine digitale Verfahrensunterstützung erreicht werden.
Eine höhere Verfügbarkeit der bereits vorhandenen Fahrradabstellanlagen trägt zudem dazu bei, den vorhandenen Parkraum effizienter zu nutzen. Wo Stellplätze durch Schrotträder dauerhaft blockiert sind, entsteht häufig zusätzlicher Bedarf. Werden bestehende Anlagen konsequent freigehalten, kann dies den Druck verringern, weitere Fahrradstellplätze zulasten von Anwohnerparkplätzen im öffentlichen Straßenraum schaffen zu müssen. Damit werden sowohl die Interessen des Radverkehrs als auch die Belange der Anwohner*innen besser berücksichtigt.
SPD-Fraktion
Roland Hefter
Dr. Julia Schmitt-Thiel
Lena Odell
Dr. Nadine Liebchen
Arda Celik
Felix Lang
Lars Mentrup
Mitglieder des Stadtrates
