Aktualisiert am 04.08.2026

Mango-Koalition bringt Hitzeschutz-Paket auf den Weg

München, 30. Juli 2026

Besser gewappnet für überhitzte Zeiten. Die Mango-Koalition hat ein umfassendes Antragspaket für mehr Hitzeschutz auf den Weg gebracht.

München hat Anfang Juli eine außergewöhnliche Hitzeperiode erlebt. Und auch Anfang August werden Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke erwartet. Forschende gehen davon aus, dass solche Hitzetage in den kommenden Jahren weiter zunehmen werden – die Stadt und ihre Bürger*innen müssen also fit gemacht werden für die Hitze und auch mit kostbaren Ressourcen wie Wasser besser haushalten.

In der Vollversammlung des Stadtrats an diesem Mittwoch wurde bereits beschlossen, 30 Zierbrunnen mit Zeitschaltuhren auszustatten, damit diese nachts abgeschaltet werden können. Dadurch werden bis zu 250 Millionen Liter pro Jahr eingespart. Die Mango-Koalition fordert darüber hinaus, zu prüfen, ob bestimmte Brunnen mit Umlaufpumpen ausgestattet werden können, um kostbares Trinkwasser zu sparen.

Zudem müssen die Sommerferien genutzt werden, um für die kleinen Münchner*innen Verbesserungen anzustoßen. Für Kinder ist Hitze nicht nur ein Problem, sondern ein Gesundheitsrisiko. Deswegen brauchen Schulen und Kitas einen einheitlichen Hitzeschutzstandard. Gebäude müssen nachts auskühlen können und gut belüftet sein, im Freien müssen durch Begrünung und Schatten kühle Orte geschaffen werden. Gegebenenfalls braucht es zusätzliche Kühlungsmöglichkeiten. Wenn Bildungsgebäude neu gebaut oder saniert werden, muss das gleich mitgeplant werden. Bestehende Gebäude müssen nach Möglichkeit nachgerüstet werden.

Doch nicht nur Kinder, sondern auch Senior*innen und Personen mit gesundheitlichen Problemen brauchen in Hitzezeiten besonderen Schutz. Damit das gelingt, muss man diese Menschen schnell mit Informationen versorgen. Deswegen will die Mango-Koalition, dass Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes über vorhandene digitale Flächen wie zum Beispiel die Infoscreens ausgespielt werden – vorzugsweise in der Nähe von Seniorenzentren, Arztpraxen oder Quartierstreffpunkten. Für Menschen, die geringe Deutschkenntnisse haben, sollen Hitzewarnungen, Verhaltenstipps und Informationen über kühle Orte oder Trinkbrunnen darüber hinaus in der Integreat-App mehrsprachig bereitgestellt werden. Die Landeshauptstadt nutzt diese App bereits seit 2020, sie ist kostenlos und bietet zugewanderten Menschen eine einfache Info-Plattform.

Ebenfalls wichtig: Vorausschauend planen. Im Sommer gibt es immer wieder städtische Veranstaltungen auf Münchens Plätzen. Doch für Mitarbeitende, die am Selbsthilfetag oder dem Infotag der Hilfsorganisationen am Stand helfen, kann extreme Hitze die Arbeit unerträglich machen. Das Pflaster am Marienplatz kann sich beispielsweise an Hitzetagen auf mehr als 50 Grad aufheizen. Die Mango-Koalition regt deshalb an, städtische Veranstaltungen eher zu milderen Jahreszeiten zu planen und mit privaten Veranstaltern darüber ins Gespräch zu gehen. Außerdem braucht es einen objektiven Kriterienkatalog anhand dessen entschieden werden kann, ob eine Veranstaltung aus Hitzeschutzgründen abgesagt werden muss.

„Junge Menschen sind bei hohen Temperaturen besonders belastet. Gleichzeitig geben die Rahmenbedingungen in Schule und Kita wenig Spielraum, für individuelle Abkühlung zu sorgen. Räume heizen sich auf, Hitzefrei ist rechtlich nicht oft möglich, der Sportunterricht muss weiterhin stattfinden und Home-Office ist natürlich auch keine Option – für die Beschäftigten genauso wenig wie für die Kinder und Jugendlichen. Wir fordern deshalb einen Masterplan zum Hitzeschutz in Bildungsgebäuden, der alle möglichen Maßnahmen beinhaltet und den Kita- und Schulfamilien die notwendige Abkühlung bringt.“

Lena Odell, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion

Sofie Langmeier, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion Die Grünen – Rosa Liste:
„Hitze wird in unserer versiegelten Stadt zunehmend ein Problem, gerade für Kinder, Senior*innen und Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Es ist unsere Verantwortung, unsere Stadt entsprechend aufzustellen. Dabei geht es auch um kleine, aber wirkungsvolle Änderungen: Eine städtische Infoveranstaltung kann genauso gut im milden Mai statt im heißen Juli stattfinden. Für die Mitarbeitenden am Infostand macht das einen riesigen Unterschied.“

Patricia Riekel, FDP Freie Wähler Fraktion:
Ältere Menschen zählen zu einer der größten Risikogruppen bei Hitze, da Durstgefühl und Wärmeregulation im Alter nachlassen, sowie Vorerkrankungen die enorme Belastung noch deutlich verschärfen. Gleichzeitig benutzen nicht alle Münchnerinnen und Münchner ein Smartphone, auch diese gilt es hinreichend zu informieren. In München existiert bereits eine etablierte Infrastruktur für öffentliche Informationsflächen. Diese nun dafür zu nutzen, um wirklich alle Bürger der Stadt zu erreichen ist eine kostengünstige Maßnahme, die Leben retten kann.“

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Die SPD-Stadtratsfraktion im Münchner Rathaus hat ihren Kurs klar gesetzt: Für ein soziales München, in dem alle gut leben, das verlässlich funktioniert, sicher ist. Wir machen Politik, die klug soziale, ökologische, wirtschaftliche und finanzielle Aspekte miteinander denkt. Wir gehen nicht den bequemen, sondern den zukunftsfähigen Weg.