Städtische Brunnen weiterentwickeln statt abschalten – Trinkwasser klug einsetzen

Aktualisiert am 30.07.2026

ANTRAG

Die Stadtverwaltung wird beauftragt, dem Stadtrat einen aktuellen Überblick über die
städtischen Brunnen vorzulegen, insbesondere darüber, welche Brunnen mit
Münchner Trinkwasser betrieben werden und welche Betriebsformen derzeit genutzt
werden.
Dabei soll aufgezeigt werden, mit welchen Maßnahmen der Einsatz von Trinkwasser
bei städtischen Brunnen künftig reduziert werden kann, ohne die Aufenthaltsqualität
und das charakteristische Stadtbild Münchens sowie die Belange des
Denkmalschutzes wesentlich zu beeinträchtigen, und wie ein zukunftsfähiger und
ressourcenschonender Betrieb der städtischen Brunnen unter Berücksichtigung der
zunehmenden Herausforderungen durch Trocken- und Hitzeperioden sowie der
angespannten Haushaltslage gewährleistet werden kann.

Insbesondere soll geprüft werden, inwieweit bei Trinkwasserbrunnen technische
Lösungen eingesetzt werden können, die einen Wasserfluss nur bei tatsächlicher
Nutzung ermöglichen, inwieweit die Betriebszeiten von Brunnen in den
Nachtstunden angepasst werden können, um den Wasserverbrauch zu reduzieren,
ohne die Funktion und Aufenthaltsqualität wesentlich einzuschränken.

Dem Stadtrat sind geeignete Handlungsmöglichkeiten einschließlich einer
Einschätzung zu Wirtschaftlichkeit, Ressourceneinsparung, Priorisierung und
schrittweiser Umsetzung, auch bei der künftigen Planung der städtischen Brunnen,
vorzulegen.
Dabei soll auch dargestellt werden, inwieweit Trinkwasser an anderer Stelle
eingespart werden kann, um den Betrieb der Brunnen zu unterstützen, sowie welche
Förderprogramme des Bundes und der Europäischen Union hierfür genutzt werden
können.

 

BEGRÜNDUNG

Münchens Brunnen sind ein prägender Bestandteil des öffentlichen Raums. Sie
tragen wesentlich zur Aufenthaltsqualität bei, beleben Plätze und Parks und wirken
insbesondere an heißen Tagen positiv auf das Stadtklima. Viele Brunnen besitzen
darüber hinaus eine kulturhistorische und denkmalpflegerische Bedeutung und
prägen das Erscheinungsbild der Stadt in besonderer Weise. Ihr Erhalt und ihre
Funktionsfähigkeit liegen daher im öffentlichen Interesse.

Gleichzeitig ist Trinkwasser eine wertvolle und begrenzte Ressource, mit der
angesichts zunehmender Hitze- und Trockenperioden verantwortungsvoll
umgegangen werden muss.

Daher erscheint es sinnvoll, den Betrieb der städtischen Brunnen unter den heutigen
Rahmenbedingungen neu zu bewerten. Ziel ist es, die Brunnen auch künftig
möglichst umfassend erhalten und betreiben zu können und gleichzeitig den Einsatz
von hochwertigem Trinkwasser dort zu reduzieren, wo dies technisch sinnvoll ohne
wesentliche Einschränkungen möglich ist. Dabei sollen ausdrücklich unterschiedliche
technische, organisatorische und betriebliche Lösungsansätze geprüft werden.
Hierzu zählen beispielsweise bedarfsgesteuerte Systeme bei Trinkwasserbrunnen, bei
denen Wasser nur bei tatsächlicher Nutzung fließt, sowie die Prüfung angepasster
Betriebszeiten in den Abend- und Nachtstunden. Ebenso sind Möglichkeiten zu
untersuchen, an anderer Stelle Trinkwasser einzusparen, um den Betrieb der
Brunnen weiterhin zu ermöglichen.

Darüber hinaus sollten verfügbare Förderprogramme des Bundes und der
Europäischen Union genutzt werden, um notwendige Investitionen für einen
nachhaltigen und ressourcenschonenden Brunnenbetrieb bestmöglich zu
unterstützen.

 

SPD-Fraktion
Felix Lang
Simone Burger
Roland Hefter
Lars Mentrup
Barbara Likus
Arda Celik
Monika Schmid-Balzert
Mitglieder des Stadtrates

Fraktion Grüne-Rosa Liste
Florian Schönemann
Sofie Langmeier
Nimet Gökmenoğlu
Serzan Celik
Renate Unterberg
Beppo Brem
Anja Berger
Sibylle Stöhr
Mitglieder des Stadtrates

Fraktion FDP-Freie Wähler
Prof. Dr. Jörg Hoffmann
Andreas Staufenbiel
Dagmar Föst-Reich
Patricia Riekel
Prof. Dr. Michael Piazolo
Mitglieder des Stadtrates