Tram-Ausbauoffensive starten – sechs neue Trassen prüfen

26. November 2020

Bis 2025 soll 80 Prozent des Verkehrs in der Stadt durch umweltfreundliche Mobilitätsformen zurückgelegt werden, also zu Fuß, mit dem öffentlichen Nahverkehr, dem Fahrrad oder emissionsfreien Autos. Der ÖPNV stellt dabei das Rückgrat umweltfreundlicher Mobilität in Stadt und Region dar. Dazu aber muss er flächendeckend ausgebaut werden. SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste lassen nun sechs neue Tramlinien prüfen und stellen die nötige Finanzierung sicher.

Bis 2035 sollen die rot eingezeichneten Linien gebaut sein. Illustration: Alexander Friedrich, SPD/Volt
Bis 2035 sollen die rot eingezeichneten Linien gebaut sein. Illustration: Alexander Friedrich, SPD/Volt

Diese sollen in Planung befindliche Wohngebiete erschließen und gleichzeitig das bestehende Nahverkehrsnetz entlasten und ergänzen. Tramlinien sind hierbei ideal, weil sie eine höhere Kapazität als Busse haben und schneller zu realisieren sind als U-Bahn-Trassen. Für folgende Trambahntrassen soll die Stadtverwaltung in enger Abstimmung mit der Münchner Verkehrsgesellschaft Machbarkeitsstudien anfertigen:

  • eine direkte Tramverbindung vom Hauptbahnhof in den Münchner Norden zur Erschließung der Bayernkaserne und der SEM Nord,
  • eine Tram vom Deutschen Museum nach Neuperlach-Zentrum, die sich an der heutigen nachfragestarken Metrobuslinie 55 orientiert und später eventuell über Waldperlach bis nach Putzbrunn verlängert werden kann,
  • eine Südtangente, die beide Isar-Seiten zwischen dem Waldfriedhof und dem Ostbahnhof miteinander verbindet und die Buslinien X 30 und 54 entlastet,
  • eine Linie von der Kreillerstraße über die Wasserburger Landstraße nach Haar,
  • eine Tram in die Parkstadt Solln zur Ertüchtigung des ÖPNV-Netzes südlich der U-Bahnlinie 3,
  • eine Linie zur Erschließung des Gebiets der SEM Nordost: Hier soll ein Ringschluss zwischen der von Norden kommenden Tram 17 und der von Süden kommenden Tram 20 geprüft werden.

Dazu sagt Nikolaus Gradl, verkehrspolitischer Sprecher der SPD/Volt-Fraktion:

„Der Münchner Nahverkehr ist stark auf Umsteigebeziehungen in der Innenstadt ausgelegt. Um die ehrgeizigen Ziele der Verkehrswende zu erreichen, braucht es dringend Trambahn-Tangenten. Mit einer Trambahn-Bauoffensive will SPD/Volt die Weichen für einen Trambahnring und schnellere Verbindungen setzen. Gerade in Zeiten von Corona braucht es Investitionen für die verkehrlichen Herausforderungen der Zukunft.“

Und Paul Bickelbacher, Stadtrat bei Die Grünen – Rosa Liste, sagt:

„Die Überlastung der U-Bahn, die Abkehr vom Auto und die Notwendigkeit, rasch wachsende Gebiete am Stadtrand besser an den Öffentlichen Verkehr anzuschließen, machen den Bau neuer Tramstrecken zu einer dringenden Aufgabe der Münchner Verkehrspolitik. Die Tram ist außerdem leistungsfähiger und wegen ihres höheren Fahrkomforts bei den Fahrgästen beliebter als der Bus. Auch angesichts leerer Kassen bleibt die stadtverträgliche Mobilität eine Kernaufgabe der Stadtpolitik. Es gilt jetzt die Weichen zu stellen und mit den Planungen zu beginnen, damit die Stadt bei wieder günstigerer Haushaltslage rasch mit dem Bau neuer Strecken beginnen kann.“

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