SPD: Wohnraum für Pflegekräfte und Portalpraxen in der München Klinik

SPD-Stadträtin Kathrin Abele
Foto: Carmen Lindemann

28. Februar 2020

Mehr Wohnraum für Pflegekräfte schaffen und an mindestens einem Standort der München Klinik eine zentrale Notaufnahme als Portalpraxis einrichten – das fordert die SPD-Stadtratsfraktion.

Dazu sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Stadträtin Kathrin Abele:

„Wir brauchen mehr Wohnraum für Pflegekräfte! Deshalb wollen wir erreichen, dass auf den Geländen der München Klinik noch mehr Personalwohnungen entstehen. Dort wird bereits Wohnraum für Pflegekräfte geplant, dennoch könnte mit kreativen Konzepten möglicherweise noch mehr davon entstehen. Zum Beispiel über Frei- und Parkflächen oder eingeschossigen Anlagen und gebaut als ,Stelzenhäuser‘ in Holzständerbauweise – eine Bauart, die besonders schnell umsetzbar ist. Durch zusätzliche Personalwohnungen könnte die München Klinik Pflegekräften mehr bezahlbaren Wohnraum in Arbeitsplatznähe bieten. Neben dem Nutzen für die Pflegekräfte wäre das auch für die Klinik ein großer Vorteil, um Pflegekräfte zu gewinnen und zu halten.

In einer zweiten Initiative setzen wird uns für eine Protalpraxis in der München Klinik ein. Das Konzept dieser Portalpraxis: eine gemeinsame zentrale Notaufnahme für Notfallambulanz und Ärztlichen Bereitschaftsdienst einzurichten. Das bietet Patientinnen und Patienten große Vorteile: die zentrale Notaufnahme ist einfach zu finden, sie ist täglich rund um die Uhr besetzt, möglichst barrierefrei zugänglich und bietet schnellstmöglich eine umfassende Diagnostik und Qualität der Behandlung. Wir wollen mit dem Pilotprojekt ,Gemeinsamer Tresen‘ eine solche zentrale Notaufnahme ein mindestens einem Standort der München Klinik testen.“

SPD-Stadträtin Simone Burger, Mitglied im Gesundheitsausschuss, ergänzt dazu:

„Die Notfallversorgung ist grundsätzlich in drei Bereiche gegliedert, die jeweils eigenständig organisiert sind: der ärztliche Bereitschaftsdienst, der Rettungsdienst und die Notaufnahmen der Krankenhäuser. Außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten der Hausärzt*innen ist die Versorgungssituation im ärztlichen Bereitschaftsdienst für Patient*innen unübersichtlich. Sie wissen häufig nicht, wann und wo sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen können, oftmals gibt es gar keine festen Bereitschaftspraxen, sondern der Notdienst findet in der Praxis der jeweils diensthabenden Ärzte statt. Zudem variieren die Öffnungszeiten der Bereitschaftspraxen und diese decken nicht immer die gesamte sprechstundenfreie Zeit ab. In München wird die Situation zusätzlich noch dadurch erschwert, dass die wohnortnahe Hausarztversorgung nicht flächendeckend in allen Stadtvierteln gewährleistet ist. Daher suchen viele Patient*innen direkt die Notaufnahmen der Krankenhäuser auf. Das Ergebnis: Die Notfallambulanzen sind überlastet, es gibt lange Wartezeiten und Unzufriedenheit bei Personal wie Patient*innen.

Das Konzept einer Portalpraxis sieht vor, dass Patient*innen in einer zentralen Anlaufstelle von interdisziplinär ausgebildetem Personal aufgenommen und gegebenenfalls erstversorgt sowie anschließend der geeigneten Fachdisziplin zur Weiterbehandlung zugeleitet werden. Nach der Ersteinschätzung erfolgt dann also eine stationäre Aufnahme in der Klinik, die Überweisung an die vor Ort angesiedelte Bereitschaftspraxis oder der Verweis an den Hausarzt. Das sichert, dass nach Dringlichkeit behandelt wird und strukturiert so die Abläufe, was ein Vorteil für Kliniken und Praxen ist. Für die Patientinnen und Patienten ist der große Vorteil, eine zentrale Anlaufstelle zu haben, genau zu wissen, wo man hingehen kann.“

Die entsprechenden Anträge finden Sie hier:

Gesundheitsversorgung in München stärken I Mehr Wohnraum für Pflegekräfte!

Gesundheitsversorgung in München stärken II Pilotprojekt „Gemeinsamer Tresen“ - Portalpraxen in der München Klinik!

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