Platz für Kinder und Jugendliche im öffentlichen Raum

Aktualisiert am 18.08.2023

Antrag

Die Landeshauptstadt München wird Vorreiterin bei einer kinder- und jugendfreundlichen Gestaltung des öffentlichen Raumes. Hierfür wird die Stadtverwaltung gebeten, Folgendes umzusetzen:

  • es wird, unter anderem mit „Spielen erlaubt“-Schildern, explizit darauf hingewiesen, dass die Nutzung des öffentlichen Raumes durch junge Menschen in München erwünscht ist. Dazu gehört auch, dass Gehwege für temporäres Spielen geeignete Orte sind. Zur Erprobung der Möglichkeiten und notwendigen Maßnahmen für eine leichtere, attraktive und sichere Nutzung des öffentlichen Raums zum Spielen wird ein Modellprojekt präferiert im Bezirk 6, Sendling oder im Bezirk 25, Laim durchgeführt.
  • Bereiche, die von Kindern und Jugendlichen genutzt werden, werden regelmäßig gereinigt und geprüft – auch, wenn es sich nicht um ausgewiesene Spiel-, Sport- oder Grünflächen handelt. In Bereichen, die auch nachts zum Aufenthalt/Feiern frequentiert werden, wird dies insbesondere morgens durchgeführt.
  • Spielflächen sollen, wo geeignet explizit für bestimmte Altersgruppen junger Menschen gewidmet sein, damit jede*r sich so beschäftigen kann, wie für das eigene Alter und die eigenen Bedürfnisse angemessen.
  • die Öffnung von Schulhöfen wird stetig vorangetrieben.
  • die Beleuchtung von Spiel- und Sportflächen wird weiter vorangetrieben. Anwohnenden-, Natur- und Artenschutzbelange sind hierbei zu beachten und geeignete Lösungen zu finden.
  • entsprechend der sozialräumlichen Studie zu Nutzungsmustern in öffentlich zugänglichen Freiräumen im Zuge des soziodemographischen Wandels „Mensch im Mittelpunkt“, die am 3.5.2023 im Planungsausschuss vorgestellt wurde, wird die Stadtverwaltung gebeten, auch die Nutzungsmuster von Kindern im öffentlichen Raum im Rahmen einer Studie in den Blick zu nehmen. Kinder ab 4 Jahren sollten hierbei direkt mit altersgerechten Methoden einbezogen werden, während bei jüngeren Kindern Beobachtungen und Aussagen von Stellvertreter*innen (Eltern, Betreuungspersonal wie Erzieher*innen oder Tagesmütter) betrachtet werden sollen.
  • der Spielflächenversorgungsplan wird ab der nächsten Fortschreibung auch digital zur Verfügung gestellt und über den digitalen Zwilling erlebbar gemacht. Informelle Spielflächen werden künftig zusätzlich zu den als solchen deklarierten Spielflächen erfasst.
  • bei der Erstellung des Rahmenkonzepts Kinder- und Jugendpartizipation und der Einrichtung des Kinder- und Jugendrathauses bei der 3. Bürgermeisterin wird das Thema „Spielen“ mit fachlicher Expertise mitgedacht und verankert.
  • die Umsetzung der Spielplatzsatzung (Bau von Spielflächen bei Neubauprojekten) wird regelmäßig – auch bei Bestandsprojekten – überprüft. Hier ist zu prüfen, ob eine Kopplung mit der Kontrolle von Ersatzpflanzungen möglich wäre.
  • die Barrierefreiheit von Spielplätzen wird bei jedem Neubau und jeder Sanierung zentral mitgedacht.
  • die Stadtverwaltung prüft die Einführung von Eltern-Kind-Schaukeln und Wippen, die auch bei ungleich verteiltem Gewicht der Nutzenden verwendet werden können, um eine Bespielung möglichst immer zu gewährleisten.

 

Begründung

Kinder sind Teil der Gesellschaft und Teil des Lebens im öffentlichen Raum. Ihre gerechte Teilhabe am öffentlichen Raum von Anfang an ermöglicht ihnen, sich zu gleichberechtigten Individuen innerhalb der Stadtgesellschaft zu entwickeln.

Dieses Maßnahmenpaket stellt einige Möglichkeiten zusammen, mit denen diese Teilhabe ermöglicht werden kann. Das Recht auf Spiel wird in der Familienstadt München seit jeher ernst genommen, sichtbar gemacht und gelebt.

Zunehmende Nutzungskonflikte in einer engen Großstadt führen dazu, dass häufig die „schwächeren“ Teilnehmer*innen am öffentlichen Leben zurückstecken müssen. Hier setzt die Landeshauptstadt mit einem konzertierten Maßnahmenpaket einen deutlichen Gegenpol. Kinder und Jugendliche werden so einerseits proaktiv mit Angeboten im öffentlichen Raum ausgestattet, aber andererseits auch empowered, sich selbst Räume und Raum zu erobern.

 

gez.

Initiative
Lena Odell
Christian Müller
Barbara Likus
Dr. Julia Schmitt-Thiel
Kathrin Abele
Andreas Schuster
SPD/Volt-Fraktion   

Clara Nitsche
Sebastian Weisenburger
Nimet Gökmenoĝlu
Florian Schönemann
Hannah Gerstenkorn
Fraktion Die Grünen-Rosa Liste

                                    

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