Mehr Platz für Radfahrer/innen und Fußgänger/innen: Mit dem heutigen Beschluss im Stadtrat treibt die SPD-Fraktion die Umverteilung des öffentlichen Raumes weg vom Auto hin zur umweltfreundlichen Fortbewegung voran. Fünf weitere Radrouten sollen nun eingehend untersucht werden. Werden die baulichen Detailplanungen positiv aufgenommen, so werden sie im Frühjahr verstetigt. Damit kommt die Verkehrswende in München einen entscheidenden Schritt voran.

Aus Sicht der SPD ist eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung nötig, damit dieses Zukunftsprojekt gelingen kann. Dazu gehören nachvollziehbare Entscheidungen, die nur auf Grundlage von gesicherten und vollständigen Daten getroffen werden können. Verkehrliche Maßnahmen müssen auf Gefahrenstellen überprüft, mögliche Konflikte mit dem öffentlichen Nahverkehr entschärft sowie alle Betroffenen – Anwohnerschaft, Gewerbetreibende und örtliche Bezirksausschüsse – einbezogen werden

Der Münchner Stadtrat hat im Frühsommer mit den fünf Pop-up-Bikelanes einen Verkehrsversuch gestartet, der bis Ende Oktober befristet war. Nun gilt es, die Maßnahmen eingehend zu evaluieren und die Öffentlichkeit zu beteiligen. Fällt die Evaluierung positiv aus, werden die Radwege in der Rosenheimer Straße zwischen Orleansstraße und Rosenheimer Platz, an der Theresienstraße, an der Elisenstraße und an der Gabelsbergerstraße ab April 2021 weiß markiert.

Die Stadtverwaltung wird für diese Streckenabschnitte permanente bauliche Lösungen erarbeiten und dem Stadtrat zur Entscheidung vorlegen. Für die beiden Abschnitte Rosenheimer Straße zwischen Lilienstraße und Am Lilienberg sowie Zweibrückenstraße zwischen Erhardt-/Steinsdorfstraße und Rumford-/Thierschstraße hat der Stadtrat ohnehin bereits bauliche Radwege beschlossen. CSU und FDP haben gegen die Ausarbeitung von Varianten gestimmt.

Dazu sagt der verkehrspolitische Sprecher Nikolaus Gradl:

„Im Unterschied zur CSU und FDP stehen wir für bauliche Radwege in den fünf Straßen. Die Verwaltung darf nun die dunklen Monate nutzen und uns bis zum Frühjahr Varianten vorlegen, wie bauliche Radwege realisiert werden können. Dabei müssen die Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden. Soweit der Stadtrat diesen Varianten zustimmt, wird es ab dem 1. April 2021 dauerhafte Radwege in den fünf Straßen geben.“

SPD-Stadtrat Roland Hefter sagt:

„Die Pop-up-Radwege waren von Anfang an als Test gedacht. Es war geplant, dass sie Ende Oktober auslaufen. Und jetzt ist eben Ende Oktober. Es ist eine Sache der Glaubwürdigkeit, dass wir den Versuch nun erst einmal beenden, auswerten und mit den Erkenntnissen nächstes Jahr für alle Verkehrsteilnehmenden, vor allem für die Radlerinnen und Radler, noch einmal zu verbessern.”

Und Volt-Stadtrat Felix Sproll sagt:

„Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass wir es im Juni geschafft haben kurzfristig eine Verbesserung für die Radfahrenden in unserer Stadt zu schaffen.
Wichtig zu erwähnen ist, dass die Verkehrswende unabhängig von der Entscheidung heute weitergehen wird. Auch meine gesamte Fraktion möchte einen weiteren Ausbau der Radwege Infrastruktur mit dauerhaften Markierungen ab 01.04.2021 und mittelfristig auch baulichen Lösungen. Dafür werden wir uns auch künftig stark machen. Ich hätte mich gefreut, wenn es möglich gewesen wäre, einen Kompromiss über den Winter zu finden, sodass zumindest die Pop Up Bike Lanes erhalten bleiben, bei denen eine bestehende Gefährdungssituation für die Radfahrenden deutlich entschärft wird. Dies war leider nicht möglich. Da meine Partei klar für den Ausbau der Radwege Infrastruktur steht, habe ich mich zwischen den beiden Optionen letztendlich dafür entschieden, für die Beibehaltung der Pop-Up-Bike-Lanes auch im Winter zu stimmen. Mein Abstimmverhalten habe ich vorher der Fraktion bekannt gegeben. Auch wenn wir uns in diesem Punkt nicht einigen konnten, ist die Zusammenarbeit unverändert gut.“

Die Stadt München hilft Eltern-Kind-Spielgruppen durch die Corona-Zeit und erstattet die finanziellen Ausfälle, die durch den Lockdown im Frühjahr entstanden sind. Denn eine vielfältige Kinderbetreuungslandschaft ist der SPD/Volt-Fraktion in Stadtrat wichtig. Der Freistaat hingegen verweigerte eine Zahlung der Personalkosten, weil diese Betreuungseinrichtungen nicht unter das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz fallen.

Von April bis Juni blieben viele Kindertageseinrichtungen wegen des coronabedingten Lockdowns geschlossen, viele Eltern mussten in dieser Zeit keine Beiträge zahlen. Selbst organisierte Anbieter wie die Eltern-Kind-Spielgruppen konnten zwar bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld beantragen, alle Ausfälle aber deckten diese Zuwendungen nicht. Auch der Freistaat zeigte sich nicht bereit, diesen Betreuungseinrichtungen zu helfen.

Hier springt die Stadt nun ein, wie der Kinder- und Jugendhilfeausschuss des Stadtrats am Dienstag beschlossen hat. Bis zu 90.000 Euro erhalten die Eltern-Kind-Spielgruppen insgesamt. Die Höhe des einzelnen Zuschusses hängt von dem Minus ab, welches das jeweilige Angebot während der Schließzeit eingefahren hat.

In den Spielgruppen von Eltern-Kind-Initiativen können pro Gruppe sechs bis zwölf Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren betreut werden. Die Eltern schließen sich zu einer Gruppe oder einem Verein zusammen, wählen einen Vorstand und stellen als Arbeitgeber/innen das pädagogische Personal an. Im Sozialreferat der Stadt werden momentan 49 Initiativen mit derzeit 406 Plätzen gefördert. Normalerweise erhalten sie einen Zuschuss in Höhe von 60 Prozent der Personalkosten, für die coronabedingten Schließtage nun bis zu 100 Prozent. Damit können die Eltern ähnlich wie bei Krippen- und Kindergartenkindern entlastet werden.

Dazu sagt Lena Odell, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der SPD/Volt-Fraktion:

„Weil alle Kinder die Möglichkeit haben sollen, mit Gleichaltrigen zu spielen, liegen uns die ergänzenden Angebote der Spielgruppen am Herzen. Daher begrüßen wir sehr, dass auch sie nun zu 100 Prozent von den Personalkosten entlastet werden, die ihnen in der Zeit des Lockdowns im Frühjahr entstanden sind.“

Antisemitische Hetze, rassistische Beschimpfungen bis hin zu tätlichen Übergriffen: Die Hasskriminalität nimmt auch in München zu. Die Fachstelle Demokratie untersucht die Hintergründe und Ausmaße gerade in einer Dunkelfeldstudie. Die Rathauskoalition aus SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste fordert nun, die Resultate in einem Hearing vorzustellen und konkrete Handlungsempfehlungen zu diskutieren. Denn München soll eine sichere Stadt für alle Menschen sein.

München gilt als sicherste Großstadt in Deutschland. Die Kriminalität aber sinkt nicht in allen Bereichen. Vor allem die Hasskriminalität nimmt zu, darunter fallen rassistische und antisemitische Straftaten sowie Übergriffe auf LGBTI*. Im aktuellen Sicherheitsreport des Münchner Polizeipräsidiums für das Jahr 2019 sind 308 Delikte aufgeführt. Das sind 78 mehr als im Jahr davor. 276 Delikte sind dem rechten Spektrum zuzuordnen, das sind 79 Fälle mehr als 2018. Auch stellt die Polizei vermehrt antisemitische Hetze und Pöbeleien fest, sie hat 286 Straftaten als „fremdenfeindlich“ eingestuft.

Die Zahlen allein wären alarmierend genug: Es ist aber davon auszugehen, dass die Dunkelziffer weit höher ist. Genau das will die Dunkelfeldstudie Hasskriminalität der Fachstelle für Demokratie herausfinden. Sobald die Ergebnisse vorliegen, sollen diese nach Willen von SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste in einem Hearing diskutiert und konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet werden.

Dazu sagt SPD-Stadträtin Lena Odell:

„München ist eine sehr vielfältige Stadt und alles in allem sehr sicher. Leider gilt das aber nicht für alle Gruppen. Gerade die Hasskriminalität nimmt zu. Dem werden wir nicht tatenlos zusehen. Denn wir fühlen uns für alle Menschen verantwortlich und engagieren uns für die Sicherheit aller Münchnerinnen und Münchner. Die Ergebnisse aus der Dunkelfeldstudie werden uns dabei helfen.“

Und Grünen-Stadtrat Dominik Krause sagt:

„Die wahre Dimension des Problems Hasskriminalität kennt derzeit noch niemand, denn sie geht weit über die Zahlen aus dem Polizeibericht hinaus. Die Dunkelfeldstudie wird daher unsere Grundlage für weitere Maßnahmen im Kampf gegen Hass und Hetze sein. Deshalb wollen wir auch schnellstmöglich über die Resultate diskutieren und Handlungsempfehlungen entwickeln.“

Weitere Infos finden Sie in diesem Video:

 

Die Rathauskoalition aus SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste strebt auf dem Gelände des vor kurzem geschlossenen und zum Abriss vorgesehenen Karstadt-Kaufhauses am Nordbad eine hohe städtebauliche Qualität an.

In einem gemeinsamen Antrag wird das Planungsreferat aufgefordert, die planungsrechtlichen Möglichkeiten aufzuzeigen, die zur Sicherung der „städtebaulichen Qualität an diesem wichtigen Ort“ führen können – eine Qualität, die Fraktionschefin Anna Hanusch den Plänen des aktuellen Eigentümers ausdrücklich nicht zuschreibt.

Dazu sagt Christian Müller, Vorsitzender der SPD/Volt-Fraktion:

„Wir bedauern es weiterhin, dass ein Traditionsunternehmen an dieser Stelle so rasch geschlossen wurde. Das verpflichtet allerdings auch dazu, sich und der Stadtgesellschaft Zeit und Raum zum Nachdenken zu geben, wie der Stadtraum dort künftig gestaltet wird. Wir wollen ein Gesamtkonzept, das Wohnraum schafft, den Verkehr mitdenkt und zum Viertel passt.“

Und Anna Hanusch, Fraktionsvorsitzende von Die Grünen – Rosa Liste, sagt:

„Die bisher vorgelegten Pläne des aktuellen Eigentümers sind dem Ort nicht angemessen. Die Stadt sollte für diesen Ort im Zentrum von Schwabing-West mit seinen prägenden Gebäuden in der direkten Nachbarschaft sorgfältig prüfen, wie hier steuernd eingegriffen werden kann. In Teilen der Fläche wäre grundsätzlich eine bessere Nutzungsmischung sinnvoll und auch der Bau von Wohnungen – die wir in München so dringend brauchen.“

Der kooperative Ganztag bietet eine flexible und pädagogisch hochwertige Betreuung für Grundschülerinnen und Grundschüler. Bei Familien wird dieses Angebot immer beliebter. Doch die vom Freistaat zugelassene Höchstzahl an Standorten ist ausgereizt. Die SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat fordert daher gemeinsam mit dem Koalitionspartner Die Grünen – Rosa Liste das bayerische Kultusministerium auf, das Modell auszuweiten und so sicherzustellen, dass bis 2025 ausreichend Plätze für alle Kinder zur Verfügung stehen.

Mittagsbetreuung, Tagesheim, Hort, Eltern-Kind-Initiative, offener und gebundener Ganztag – wer sein Kind in München einschult und eine Betreuung jenseits des Vormittags braucht, der muss sich erst einmal durch das vielfältige Angebot wühlen, um etwas Passendes zu finden und dann auch noch einen Platz bekommen. Zum Schuljahr 2018/19 hat die Stadt daher mit dem Freistaat ein Pilotprojekt gestartet: Die kooperative Ganztagsbildung bietet eine Betreuung bis 18 Uhr in der Schule, auch in den Ferien. Das Angebot vereint die pädagogische Qualität der Horte und Tagesheime mit der zeitlichen Flexibilität der Mittagsbetreuungen. Auch die Stadt als Sachaufwandsträger hat Vorteile: Die gemeinsame Raumnutzung im Lernhauskonzept benötigt weniger Fläche. Zudem schafft die Betreuung in der Schule Platz in den Kitas für dringend benötigte Krippen- und Kindergartenplätze.

Bei den Münchner Eltern spricht sich das herum. Nach Angaben des Bildungsreferats entscheiden sich immer mehr Familien dafür. Doch der Freistaat hat die Zahl der Modellprojekte auf 50 begrenzt, 13 Standorte befinden sich in München. Die SPD/Volt-Stadtratsfraktion fordert das Kultusministerium daher auf, die Zahl der Schulen mit Ganztagsbetreuung zu erhöhen und der Stadt München den Ausbau zu ermöglichen.

Denn 2025 kommt der bundesweite Rechtsanspruch auf eine ganztägige Betreuung für Grundschulkinder. München ist auf einem guten Weg: Rein rechnerisch gibt es für 79 Prozent aller Sechs- bis Zehnjährigen einen Platz. Bis zur Vollversorgung aber ist noch einiges zu tun: Weitere Angebote müssen geschaffen, vorhandene Mitarbeitende qualifiziert und neue gefunden werden.

Dazu sagt die bildungspolitische Sprecherin der SPD/Volt-Fraktion, Julia Schönfeld-Knor:

„Der Ausbau der Ganztagsbetreuung ist uns als SPD/Volt-Fraktion besonders wichtig. Denn nur so kann es eine echte Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Eltern und Chancengleichheit für die Schülerinnen und Schüler geben. Der kooperative Ganztag ist dabei das vielfältigste Modell, weil es den Bedürfnissen von Familien am besten entgegenkommt und die ganze Schulfamilie in ein Boot holt. Wir sind sehr gut gestartet. Nun liegt der Ball beim Freistaat, den Ausbau weiter zu finanzieren. Wir sind bereit.“

Die Förderung von Open Source-Anwendungen bei der Stadt ist das Ziel eines vierteiligen Antragspakets der Fraktionen SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste.

Neue Software für die Stadtverwaltung soll zukünftig möglichst als Open-Source-Produkt entwickelt werden. Das IT-Referat wird in einem entsprechenden Antrag aufgefordert, dem Stadtrat fünf Projekte vorzuschlagen, die kurzfristig als Open Source Projekt realisiert werden. In der zweiten Stufe soll ab dem 4. Quartal 2021 neue Individualsoftware grundsätzlich auf der Basis von Open Source entwickelt werden. Dies bedeutet auch: Der Quellcode wird veröffentlicht, und nach festzulegenden Regeln sind auch externe Beiträge möglich. Das IT-Referat soll außerdem Schulungen in der Entwicklung von Open Source-Software anbieten – je nach Anwendungsbereich auf Windows, Linux oder anderen Betriebssystemen.

Die weiteren Anträge zur Förderung von Open Source-Anträgen sehen vor:

  • Die Einrichtung eines IT-Dashboards, an dem sich ablesen lässt, welche Software bei der Landeshauptstadt München und ihren Eigenbetrieben eingesetzt wird. So wird deutlich, in welchen Bereichen und in welchem Umfang Open-Source-Software eingesetzt wird und wo dies perspektivisch geplant ist.
  • Die Schaffung eines Open-Source-Hub, in dem Beschäftigte der Stadt und engagierte Externe unbürokratisch und unkonventionell miteinander an Open-Source-Lösungen für die Landeshauptstadt arbeiten können.
  • Die Einführung eines Munich Open Source Sabbaticals, um das sich qualifizierte Programmierer*innen bewerben können, die für eine bestimmte Zeit an Open Source-Projekten arbeiten wollen. Das Sabbatical soll in attraktiver Höhe kompensiert und international ausgeschrieben werden, wobei besonderes Interesse an Bewerbungen von Frauen in die Ausschreibung aufzunehmen ist.

Dazu sagt Lars Mentrup, IT-Sprecher der SPD/Volt-Fraktion:

„Wir streben digitale Souveränität an. Mit unserem Antragspaket machen wir einen großen Schritt Richtung freier Software in unserer Stadt. Wir befreien uns in Teilen davon, von einzelnen Anbietern abhängig zu sein. Dafür schaffen wir eine feste Einheit in der Stadt – den Open Source Hub. Mit unserem einzigartigen Munich Open Source Sabbatical ermöglichen wir Programmiererinnen und Programmierern sich ganz einem Open Source Projekt zu widmen, das der Stadt und dem Allgemeinwohl dient!“

Und Grünen-Stadträtin Judith Greif sagt:

„Mit diesem Antragspaket kommen wir dem Ziel, bei der Stadt Schritt für Schritt Open Source-Anwendungen einzuführen, ein gutes Stück näher. Open Source vermeidet Kosten, die durch die monopolartige Stellung mancher Software-Anbieter entstehen, und macht gleichzeitig das Know-How eines großen Potentials von versierten Programmierern und Programmiererinnen für die Stadt nutzbar. Ausdrücklich wollen wir die Open Source-Community ermutigen, an den Software-Projekten der Landeshauptstadt München mitzuwirken.“

Der Klimawandel ist auch in München angekommen: Im Sommer heizen sich die Plätze auf, immer öfter kommt es zu Starkregen. Mehr Natur in der Stadt kann die Folgen abmildern, unter denen vor allem die Menschen in Alten- und Pflegeheimen, Kindertagesstätten oder Krankenhäusern zu leiden haben. Dr. Julia Schmitt-Thiel von der SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat setzt sich daher dafür ein, dass sich München an einem neuen Bundesprogramm beteiligt. Dieses sieht Geld für soziale Einrichtungen vor, die Maßnahmen zur Klimaanpassung ergreifen.

In den Jahren 2020 bis 2023 wird das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) unter Leitung von Svenja Schulze (SPD) mit einem neuen Förderprogramm soziale Einrichtungen und deren Träger dabei unterstützen, sich gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen. Insgesamt werden 150 Millionen Euro an Mitteln zur Verfügung gestellt. Nach Meinung der SPD/Volt-Stadtratsfraktion sollen von diesem Geld auch Münchner Bürgerinnen und Bürger hier profitieren. Denn Pflanzen und Grünflächen mildern die zunehmende Hitze in der Stadt ab und können auch Regenwasser besser aufnehmen.

Das Geld ist doppelt gut investiert, denn in sozialen Einrichtungen sorgen Bäume, Sträucher und Teiche direkt für verbesserte Bedingungen für die Arbeit und Betreuung und mehr Schutz für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen wie pflegebedürftige oder kranke Menschen.

Dazu sagt die umweltpolitische Sprecherin Dr. Julia Schmitt-Thiel:

„Mehr Bäume und Grünflächen, Efeu oder Moos an der Fassade und vielleicht sogar ein Teich im Hof? Das alles kühlt den Sommer in der Stadt. Elemente der Klimaanpassung sind gerade in großen Städten wichtig. An heißen Sommertagen heizen sich manche Plätze um vier bis sechs Grad mehr auf, als auf dem Thermometer steht. Die Fördermöglichkeiten aus dem Fonds sind eine super Hilfe um Menschen, denen Hitze stark zu schaffen macht, das Leben zu erleichtern und gleichzeitig das Stadtklima zu verbessern!“

Wegen der stark steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus drohen neue strenge Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Wer diese anordnet, muss aber auch für die finanziellen Folgen aufkommen. Die SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat fordert Ministerpräsident Markus Söder (CSU) daher dazu auf, die Kommunen zu entschädigen, in denen der Freistaat Beschränkungen vorschreibt.

Der erste coronabedingte Lockdown in diesem Frühjahr hat die Stadt München viel Geld gekostet. Und das nicht nur, weil ihr wegen der Krise Steuereinnahmen von etwa einer Milliarde fehlen. München hat die Kita-Gebühren für die verordneten Schließtage übernommen. Familien, die keine geeigneten Endgeräte für Homeschooling hatten, bekamen unbürokratisch eins. Für die sozialen Träger hat die Stadt einen Schutzschirm gespannt. Sie sprang ein beim Tierpark Hellabrunn, bei der Volkshochschule München und bei Kultureinrichtungen. Und sie erließ den Gastronomen die Gebühren für ihre Freischankflächen.

Ein erneuter angeordneter Lockdown wie jetzt im Berchtesgadener Land würde zu weiteren schweren volkswirtschaftlichen Schäden führen, mit deren Folgen Kommunen aus Sicht der SPD/Volt-Stadtratsfraktion nicht allein gelassen werden dürfen. Städte und Gemeinden brauchen dann Geld, um die lokale Wirtschaft, etwa das Verkehrsgewerbe, die Hotels, die Gaststätten und den Handel, zu unterstützen.

Sie brauchen aber auch Geld, um ihr soziales Netz weiter aufrechtzuerhalten, zum Beispiel um Kita-Gebühren im Falle von flächendeckenden Einrichtungsschließungen zu erstatten, und um Kultureinrichtungen vor dem Bankrott zu bewahren. Wenn der Freistaat also wegen der Corona-Pandemie strenge Einschränkungen des öffentlichen Lebens anordnet, dann muss er die damit verbundenen Folgen für die Kommunen auch zumindest zum Teil abfedern.

Dazu sagt die SPD/Volt-Fraktionsvorsitzende Anne Hübner:

„Corona hat München, aber auch andere Kommunen, bereits an den Rande des finanziellen Kollaps gebracht. Noch mehr Gewerbesteuerausfälle und Mehrausgaben im sozialen Bereich können wir nicht schultern. Ein neuer möglicher Lockdown muss deshalb einhergehen mit entsprechenden finanziellen Zuwendungen an die Kommunen. Wir reden über Beträge in Millionenhöhe. Ministerpräsident Söder soll das zur Chefsache machen.“

Die SPD/Volt-Fraktion kämpft schon seit längerem gegen die zum Teil katastrophalen Zustände an den privat betriebenen Münchner Wertstoffinseln. Zusätzlich zu den bereits beantragten Sonderreinigungen an den Containern für Glas, Alu und Plastik fordern die Stadtratsmitglieder nun eine neue Gesetzgebung durch den Bund.

Gerade beim Plastik sind die Recyclingquoten sehr schlecht, wie SPD/Volt bei einem Besuch des Abfallwirtschaftbetriebs München am Donnerstag erfuhr. Es stellt sich die Frage, wie sinnvoll es überhaupt ist, im Dualen System Deutschland zu verbleiben. Vielmehr braucht es neue Gesetze, um die Recyclingquoten zu erhöhen.

Dazu sagt Kathrin Abele, Sprecherin im Kommunalausschuss:

„Wir begrüßen es, dass in den neuen Verträgen bessere Leerungsintervalle ausgehandelt worden sind. Doch die Probleme mit den Wertstoffinseln bleiben. Plastik hat eine schlechte Recyclingquote von nur 18 Prozent. Daher stellt sich für uns die Frage, wie sinnvoll es überhaupt ist im Dualen System Deutschland zu verbleiben. Wir brauchen neue Gesetze auf Bundesebene, um die Recyclingquoten zu erhöhen – damit das Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die ihren Müll trennen, auch Erfolg hat.“

Der stellvertretende Sprecher Nikolaus Gradl sagt:

„München hat sich das Ziel gesetzt Zero-Waste-City zu werden. Die Recyclingquoten des Dualen Systems aber sind katastrophal schlecht. Daher wollen wir prüfen, wie es möglich wird, dass München aus dem Dualen System aussteigen kann.“

Die Stadt München setzt weiter humanitäre Maßstäbe und investiert in ihr Kälteschutzprogramm. Das hat der Stadtrat in seiner heutigen Sitzung gegen die Stimmen von Die Linke und Die Partei beschlossen. Auf Initiative der Rathauskoalition gibt es Verbesserungen für Frauen. Außerdem wird der Ganztagsschutz im Falle eines Lockdowns wieder geöffnet.

In München muss niemand auf der Straße übernachten, dafür gibt es die Kälteschutzeinrichtung in der Bayernkaserne, die mittlerweile ganzjährig geöffnet hat. Für die Bewohner/innen gibt es ab November Verbesserungen, wie der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen hat. Die Einrichtung öffnet nun bereits um 16 statt bisher um 17 Uhr. Zudem werden mehr Kühlschränke aufgestellt, die Küchen bleiben abends geöffnet, damit die Bewohner sich etwas kochen können.

Wie bisher werden Familien nicht im Kälteschutz, sondern im regulären Wohnungslosensystem untergebracht. Das gilt jetzt auch für Frauen. Das wurde auf Initiative der Rathauskoalition aus SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste beschlossen. Die Tagesöffnung des Kälteschutzes läuft wie geplant im Oktober aus. Für die Bewohner/innen gibt es gute Alternativen in der Innenstadt. Sollte es jedoch zu einem erneuten Lockdown kommen, wird das Ganztagsprogramm wieder aufgenommen.

Dazu sagt Christian Müller, Vorsitzender der SPD/Volt-Fraktion:

„Der Übernachtungsschutz in München ist eine einmalige Einrichtung: Wir werden auch weiterhin verhindern, dass Menschen gerade in der herannahenden Winterzeit draußen leben müssen. Gleichzeitig aber wollen wir den Menschen auch Angebote machen. Sie sollen sich in der Stadt bewegen können, in die Innenstadt kommen und Beratung annehmen, damit sie erkennen, dass ihre Situation veränderbar ist und sie den Weg in das originäre Wohnungslosensystem und in Beschäftigung finden können.“