Wer im Alltag auf Betreuung angewiesen ist, hat es im Fall einer Corona-Infektion besonders schwer. Kinder, Seniorinnen und Senioren und auch Menschen mit Behinderung stehen häufig plötzlich allein da, wenn ihre Betreuungsperson in Quarantäne muss. Noch dazu müssen sie sich als Kontaktperson oft selbst in Quarantäne begeben, was eine Betreuung von außen sehr schwierig macht. In einem gemeinsamen Antrag zur dringlichen Behandlung im nächsten Gesundheitsausschuss fordern die Stadtratsfraktionen von CSU, Grüne/Rosa Liste und SPD/Volt die Verbesserung dieser Situation. Zusammen mit dem Bezirk Oberbayern und dem Freistaat Bayern soll die Stadt München ein Konzept für eine Notfallbetreuung entwickeln.

Anne Hübner, Vorsitzende der Fraktion SPD/Volt, sagt:

„Corona trifft einige Familien ganz besonders hart. Dass wir uns jetzt fraktionsübergreifend zusammenschließen, um diesen Familien zu helfen, ist in dieser schweren Zeit ein wichtiges Zeichen. Gerade in der Kommunalpolitik müssen wir uns gemeinsam dafür einsetzen, dass niemand in dieser Pandemie in einer Notsituation alleine bleibt. Jetzt sollen alle Beteiligten schnell und unbürokratisch eine Lösung finden.“

Alexandra Gaßmann, CSU-Stadträtin und familienpolitische Sprecherin, sagt:

„Ich musste leider selbst erleben, wie schwierig die Organisation des eigenen Alltags plötzlich wird, wenn man sich in Corona-Quarantäne befindet. Viele andere Menschen, die ohnehin schon auf Betreuung angewiesen sind, trifft diese Situation noch viel härter. Mich haben dazu viele persönliche Berichte erreicht, die mich sehr berührt und bis heute nicht losgelassen haben. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir auch Vertreter von Grün und Rot für diesen wichtigen Vorstoß gewinnen konnten.“

Und Dr. Hannah Gerstenkorn, Stadträtin von Die Grünen – Rosa Liste, sagt:

„Kinder und Jugendliche werden von ihren Eltern, viele Pflegebedürftige auch Zuhause versorgt und betreut. Die pflegenden Angehörigen tragen die Hauptlast der häuslichen Versorgung und entlasten so die von Personalmangel geplagten stationären Einrichtungen. Durch eine Covid-19-Infektion der Pflegenden und der daraus folgenden Quarantäne kann dieses ohnehin oft fragile System rasch ins Wanken kommen. In so einer schwierigen Situation dürfen wir die Betroffenen nicht allein lassen.“

Künstlerinnen und Künstler brauchen in der Corona-Krise unsere Hilfe. Von der Stadt erhalten sie jetzt zumindest einen Teil der Gage für ausgefallene Veranstaltungen zurück, und zwar anteilig dem im Künstlervertrag vereinbarten Deal. Das hat der Kulturausschuss des Stadtrats auf Initiative der SPD/Volt-Fraktion am Donnerstag beschlossen. Dass diese Initiative nicht ausreicht, ist der Rathauskoalition bewusst. Sie fordert daher von Bund und Freistaat, Soloselbständige endlich angemessen für die durch die Corona-Pandemie verursachten Verdienstausfälle zu entschädigen.

Freischaffende Künstlerinnen und Künstler leiden ganz besonders unter der Corona-Krise. Seit einem dreiviertel Jahr schon können sie nicht auftreten, kleinere Veranstaltungen im Sommer mit viel Abstand einmal ausgenommen. Ihnen fehlen nicht nur Konzerte und Shows vor Publikum, sondern sie verdienen auch kein Geld. Lange Zeit sind sie durch jedes Raster gefallen. Staatliche Hilfe gab es für den Lebensunterhalt anfangs nur in Form von Hartz IV, langsam flossen auch andere Mittel. Und auch das lediglich in geringem Ausmaß, und immer noch so, dass viele Musiker*innen davon nicht profitieren. Auch die November- und Dezember-Hilfe greift bei vielen nicht.

Auf Initiative der SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat werden die Künstlerinnen und Künstler nun zumindest ein wenig entschädigt. Sie erhalten anteilig Geld für abgesagte Veranstaltungen, die in von der Stadt betriebenen oder unterstützten Spielstätten stattgefunden hätten. Und zwar immer dann, wenn Tickets gespendet oder nicht zurückgegeben wurden.

Allein bei München-Ticket wurden Tickets im Wert von über 160.000 Euro gespendet. Dazu kommt noch eine große Anzahl an Eintrittskarten, die nicht zurückgegeben wurden und verfallen. Die Tickets werden mit dem Veranstalter so abgerechnet, als ob die Veranstaltung stattgefunden hätte. Die Künstler*innen erhalten leider oft nicht den im Vertrag vereinbarten Anteil.

Dazu sagt SPD-Stadtrat Roland Hefter:

„Dass es leider Fälle gibt, in denen nicht einmal der vereinbarte Anteil der gespendeten und nicht zurückgegebenen Tickets beim Künstler landet, ist gegenüber Spendern und auch dem Künstler nicht zu tolerieren. Ich danke der Stadt München, dass sie sich für Gerechtigkeit, Solidarität und Wertschätzung der Künstler und der Spender einsetzt. Und ich hoffe, dass von diesem Antrag ein Zeichen von München aus an andere Städte geht, damit die Problematik offen angesprochen wird.“

Der SPD/Volt-Stadtratsfraktion ist es wichtig, Münchens Mieterinnen und Mieter vor exorbitanten Mietsteigerungen zu schützen. In Sendling-Westpark und Schwabing-West ist das nun wieder gelungen: Hier hat der Planungsausschuss zwei Erhaltungssatzungen jetzt unbefristet verlängert. Luxussanierungen sind damit in den Gebieten weitestgehend ausgeschlossen.

In Sendling-Westpark hat der Ausschuss nicht nur die bereits bestehende Erhaltungssatzung verlängert, sondern das Gebiet deutlich ausgeweitet. Nun ist auch das Areal zwischen Hansastraße, Ötztaler Straße und Nestroystraße aufgenommen. Zwischen Westpark, Martin-Behaim-Straße und Heckenstallerstraße leben insgesamt 25 500 Münchnerinnen und Münchner, die nun weitestgehend vor Luxussanierungen geschützt sind.

In Schwabing-West kommt der Bereich um die Agnesstraße als neue zu schützende Fläche dazu. Die Erhaltungssatzung erstreckt sich nun von der Elisabeth- und der Bauerstraße im Norden, der Gentzstraße im Osten, der Georgenstraße im Süden und der Schleißheimer Straße.

28 Erhaltungssatzungsgebiete gibt es in München bislang. Dort leben etwa 300 000 Einwohnerinnen und Einwohner in 171 000 Wohnungen. Das ist jede/r fünfte/r Münchner/in. Erhaltungssatzungen sollen gewachsene Bevölkerungsstrukturen bewahren und Verdrängungsprozesse vermeiden. Die Stadt hat in diesen Gebieten ein besonderes Mitspracherecht: Sie hat auf Grundstücke ein Vorkaufsrecht. Bauliche Änderungen und Umwandlungen werden nur in speziellen Fällen genehmigt. Seit Anfang 2020 wurden die Gebiete um 10 100 Wohnungen mit 17 600 Einwohnenden erweitert.

Dazu sagt SPD-Stadträtin Micky Wenngatz:

„Echter Schutz für Mieterinnen und Mieter ist uns als SPD/Volt-Fraktion ein großes Anliegen. Die neuen Untersuchungen zeigen wieder einmal deutlich, dass für die Bewohnerinnen und Bewohner in Sendling-Westpark und Schwabing West eine starke Verdrängungsgefahr durch Verkäufe und Luxussanierungen besteht. Das gilt vor allem für diejenigen mit geringen und mittleren Einkommen. Mit den jetzt verlängerten und ausgeweiteten Erhaltungssatzungen können wir noch mehr Einwohnerinnen und Einwohner als bisher schützen.“

Jugendliche brauchen Orte, an denen sie sich selbstbestimmt und nicht-kommerziell treffen können. Gerade in der Corona-Pandemie hat sich der Bedarf noch verstärkt. Nach einer Initiative von SPD/Volt gemeinsam mit Die Grünen – Rosa Liste bekommt das Thema nun mehr Aufmerksamkeit: Eine interne Arbeitsgruppe wird sich noch in diesem Jahr treffen, um mögliche Räume und Orte zu diskutieren. Danach werden Partykollektive, Jugendliche, junge Erwachsene und Vertreter*innen der Jugendarbeit eng eingebunden.

Der öffentliche Raum ist ein wichtiger Ort für gemeinsames Erleben und eigentlich ist er offen für alle Menschen, die in dieser Stadt leben. Junge Münchnerinnen und Münchner werden aber viel zu oft und viel zu schnell als Störfaktor wahrgenommen. Die Corona-Pandemie hat die Situation zusätzlich verschärft: Jugendtreffs sind geschlossen, Bars, Clubs und Diskotheken ebenso. Jugendlichen und jungen Erwachsenen bleiben nur öffentliche Orte, an der Isar, an Parks und Plätzen der Innenstadt, um sich zu treffen, sich auszutauschen und zu feiern. Das wiederum führt zu noch mehr Konflikten mit den Anwohnenden.

Den jungen Menschen gehört die Stadt aber genauso wie allen anderen Altersgruppen auch. Die SPD hat sich daher in den vergangenen Jahren immer dafür eingesetzt, dass die vielfältigen Freizeitstätten mit umfangreichen Geldmitteln ausgestattet werden. Auch versucht die Stadtverwaltung, möglichst viele dezentrale, niedrigschwellige, selbstbestimmte und nichtkommerzielle Veranstaltungen zu ermöglichen, wenn das Infektionsgeschehen es zulässt. Hier gibt es aber Nachholbedarf.

Die SPD/Volt-Fraktion unterstützt daher den jetzt vorgelegten Vorschlag des Stadtjugendamts, in einer stadtinternen Arbeitsgruppe mögliche Orte und Räume zu identifizieren und als Treffpunkte nach Maßgabe des Infektionsschutzes freizugeben. Über dieses Vorgehen entscheidet der Kinder- und Jugendhilfeausschuss an diesem Dienstag. SPD/Volt fordert, dass nun möglichst bald auch konkrete Orte feststehen müssen, an denen tatsächlich dann auch Treffpunkte entstehen können.

Dazu sagt Lena Odell, jugendpolitische Sprecherin der SPD/Volt-Fraktion:

„Jugendliche und junge Erwachsene brauchen Freiräume. Gerade in einer wachsenden Stadt wie München, wo Platz ein knappes Gut ist. Wir begrüßen die zahlreichen bestehenden Angebote und freuen uns, dass nun zusätzlich Bewegung in die Sache kommt. Dabei ist uns als SPD/Volt wichtig, dass die jungen Münchnerinnen und Münchner auch selbst zu Wort kommen bei der Suche nach Räumen und Orten, an denen sie sich treffen können, ohne Konsumzwang und ohne, dass Anwohnende sich gestört fühlen. Die Stadt gehört uns allen und damit auch den jungen Menschen!“

München ist eine Stadt für alle und das soll sie auch bleiben. In einem Investitionshaushalt von 10 Milliarden Euro setzt SPD/Volt im kommenden Jahr mit 100 Millionen Euro zusätzlich Akzente auf die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und eine Verkehrswende, die konsequent bürgernah gestaltet ist. Sechs Anträge werden heute gemeinsam mit Die Grünen – Rosa Liste eingebracht.

Christian Köning, finanzpolitischer Sprecher der SPD/Volt-Fraktion, sagt:

„Mit unseren Investitionen zeigen wir ganz deutlich, wofür die SPD/Volt-Fraktion in der Stadtregierung steht: Nur mit uns gibt es mehr bezahlbaren Wohnraum für Azubis und Senioren, die am renditegetriebenen Wohnungsmarkt sonst herunterfallen. Außerdem schaffen wir mit Mobilitätsstationen und E-Bussen Akzeptanz für die dringend nötige Verkehrswende in der Stadt. Es gibt keine Corona-Pause für Investitionen in eine bessere Zukunft für München.“

Folgende Schwerpunkte setzt die SPD/Volt-Fraktion:

  • Mit der Gründung eines „Azubi-Werks“ der Landeshauptstadt München die Wohn-, Ausbildungs- und Lebenssituation von Auszubildenden verbessern

Wohnen in München nicht nur teurer ist als in anderen Großstädten. Für bestimmte Gruppen ist es auch sehr schwer, überhaupt eine einigermaßen bezahlbare Wohnung zu finden. Gerade für junge Menschen, die noch in der Ausbildung sind: Sie suchen eine kleine Wohnung auf Zeit. Sie haben ein geringeres Einkommen und oft keine Garantien von den Eltern. Das Studentenwerk unterstützt Studierende wirtschaftlich und sozial, um die Grundlagen für ein erfolgreiches Studium zu schaffen. Bei den Auszubildenden gibt es Nachholbedarf. Darum verpflichtet sich die SPD/Volt-Fraktion dauerhaft, die Wohn-, Ausbildungs- und Lebenssituation in München zu verbessern. Dafür gründet sie mit einem 30-Millionen-Euro-Invest ein Azubi-Werk: Im Modell Azubi-Wohnen entsteht Wohnraum speziell für diese Altersgruppe. Gebaut und verwaltet von einer Wohnungsbaugesellschaft. Organisiert vom Azubi-Werk. SPD/Volt will Wohnraum, auf den sich Azubis direkt und selbstständig bewerben können. Und nimmt gleichzeitig aber auch weiterhin Unternehmen in die Pflicht, sie sollen auch weiterhin Belegrechte erwerben können. Zudem ist geplant, im Azubi-Werk die vielseitige und gewachsene Struktur an Angeboten für Auszubildende zu bündeln und eine Plattform für Vernetzung und Austausch zur Verfügung zu stellen. Wichtig ist, dass die jungen Auszubildenden mitbestimmen dürfen. Ob das Azubi-Werk in Form einer Stiftung, einer städtischen Gesellschaft oder einer anderen Organisationsform geschieht, wird das Sozialreferat nun klären. Hier entlang zum ganzen Antrag.

  • Seniorenwohnen der Zukunft schaffen

Viele ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger stehen vor einem großen Problem: Die Kinder sind längst ausgezogen, die Wohnungen sind zu groß, die Kräfte lassen nach. Doch der Umzug in eine kleinere und vor allem seniorengerechte Wohnung kommt für viele nicht in Frage, weil eben diese kleinere Wohnung viel teurer wäre als das alte Heim. Das ändert SPD/Volt. Mit dem „Seniorenwohnen der Zukunft“ schafft sie noch heuer ein Sonderprogramm mit einem Volumen von 30 Millionen Euro. Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG und Gewofag werden seniorengerechte Wohnanlagen entwickeln, die möglichst breit über die Stadt verteilt sind. Idealerweise sind diese Gebäude in der Nähe von Alten-und-Servicezentren und/oder Einrichtungen der städtisch geförderten Nachbarschafts- und Haushaltshilfen. Außerdem wird es dort ein Tagescafé oder ähnliches geben. Der ganze Antrag steht hier.

Simone Burger, wohnungspolitische Sprecherin der SPD/Volt-Stadtratsfraktion, sagt:

„Bezahlbarer Wohnraum ist die zentrale soziale Frage in dieser Stadt. Als SPD/Volt werden wir alle uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen nutzen, um diesen zu schaffen. Im Alter haben viele Menschen deutlich weniger Geld zur Verfügung als im Erwerbsleben, damit sind für sie Mietsteigerungen oder eine unkalkulierte Erhöhung wegen Modernisierung noch schwieriger zu stemmen. Wir wollen mit dem Programm Seniorenwohnen Sicherheit bieten, barrierefreie Wohnungen und eine Möglichkeit schaffen, eine geeignete kleinere Wohnung zu beziehen. Auszubildende sind auf diesem Wohnungsmarkt mit Mietpreisen für kleine Apartments konfrontiert, die nahezu ihre komplette Ausbildungsvergütung auffressen. Die Mindestausbildungsvergütung liegt 2021 bei 550 Euro. Aber das Azubi-Werk ist mehr als nur Wohnraum für Auszubildende, Berufsfachschülerinnen und Schülerinnen an Fachakademien. Mit dem Azubi-Werk verpflichtet sich die Landeshauptstadt, die Wohn-, Ausbildung- und Lebenssituation von Auszubildenden in München zu verbessern, analog dem Studentenwerk.“

  • City-Busse für die Münchner Altstadt

Bis zum Jahr 2025 soll die Altstadt weitgehend frei vom motorisierten Individualverkehr sein. Bei diesem Plan denkt die SPD/Volt-Fraktion aber auch an die Menschen, die nicht so mobil sind wie andere. Auch sie sollen in der Fußgängerzone einkaufen gehen, ihre Ärzte besuchen oder bei einem Kaffee die schöne Atmosphäre hier genießen können. Deshalb finanziert SPD/Volt mit fünf Millionen Euro City-Busse mit Elektroantrieb für die Münchner Altstadt. Eine autofreie Altstadt bedeutet keine nahverkehrsfreie Altstadt. Beispiele aus Wien, Québec und vielen anderen Städten zeigen, dass ein solcher Bus das perfekte Verkehrsmittel für Seniorinnen und Senioren, Personen mit Mobilitätseinschränkungen oder Kundinnen und Kunden mit schweren Einkaufstüten sein kann. Ein Zusatzangebot, das zur nächsten S- oder U-Bahn wie zum Stachus, zum Sendlinger Tor, zum Odeonsplatz oder zum Isartor fährt – und zwar ab dem Fahrplanwechsel im Jahr 2022. Sobald die knapp 3000 Kfz-Stellplätze im Straßenraum der Altstadt umgewandelt wurden, ist für ein solches Busangebot, das auch die Fußgängerzone kreuzen darf, auch mehr Platz. Hier ist der Antrag.

  • Förderung von „Shared Mobility“ durch Mobilitätsstationen

100 U-Bahnhöfe gibt es in München, 174 Tramhaltestellen, mehr als 1000 Busstopps und annähernd 300 MVG-Radstationen in Stadt und Landkreis – eine beachtliche Zahl, die in den kommenden Jahren noch anwachsen wird. Die Haltepunkte im öffentlichen Nahverkehr sollen sich aus Sicht von SPD/Volt aber nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ weiterentwickeln. Aus den ÖPNV-Stationen sollen richtige Mobilitätsstationen werden, an denen die Münchnerinnen und Münchner neben Bus, U-Bahn, Tram und Fahrrad auch Carsharing-Angebote finden. Studien belegen, dass Bewohnerinnen und Bewohner ihr eigenes Auto eher abschaffen oder erst gar keines kaufen, wenn sie an einem Ort leben, an dem es stationäres Carsharing und andere verfügbare Sharing-Angebote in der Nähe gibt. Ähnliche Konzepte gibt es bereits in Berlin mit dem Konzept Jelbi, in Hamburg mit SwitchHH und in Bremen mit mobil.punkt. München muss bei der Shared Mobility, die oftmals 100% lokal emissionsfrei ist, Vorreiter werden. Budget: 15 Millionen Euro. Und hier findet sich der Antrag.

  • Park & Ride kundenfreundlicher ausrichten

Eine echte Verkehrswende kann nur gelingen, wenn wir neben den Stadtvierteln Münchens auch das Umland im Blick haben. Um die Zahl der Autos in der Innenstadt zu verringen, muss sich das Angebot von Park & Ride-Plätzen verbessern. Ein Kombi-Ticket für Parken und die Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs würde den Umstieg vom eigenen Auto auf Bahn, Bus und Tram erleichtern. Bisher aber scheiterte die Einführung eines Kombi-Tickets immer an unterschiedlichen Automaten und der fehlenden Kontrollinfrastruktur für digitale Parktickets. Das ändert sich jetzt: Durch einen Investitionsfonds von fünf Millionen Euro kann ein deutlicher Teil der Parkplätze nachgerüstet und das Kombi-Ticket angeboten werden. Hier geht es zum kompletten Antrag.

  • Tram-Ausbauoffensive starten

Der letzte Baustein des SPD/Volt-Programms „Verkehrswende konsequent bürgernah gestalten“ ist der massive Ausbau des Tramnetzes. Das hat mehrere Vorteile: Die Münchnerinnen und Münchner lieben ihre Straßenbahn. Die Gleise sind schneller verlegt als bei einer U-Bahn, die Tunnel benötigt. Und in die Wagen passen mehr Fahrgäste als in einen Bus. Aus dem 100-Millionen-Budget verwendet SPD/Volt daher 15 Millionen Euro für Machbarkeitsstudien für sechs neue Trassen: 1) eine direkte Tramverbindung vom Hauptbahnhof in den Münchner Norden zur Erschließung der Bayernkaserne und der SEM Nord. 2) eine Tram vom Deutschen Museum nach Ramersdorf-Neuperlach, 3) eine Südtangente, die beide Isar-Seiten zwischen dem Waldfriedhof und dem Ostbahnhof miteinander verbindet, 4) eine Linie von der Kreillerstraße über die Wasserburger Landstraße nach Haar, 5) eine Tram in die Parkstadt Solln und 6) eine Linie zur Erschließung des Gebiets der SEM Nordost. Hier geht es zum Antrag.

Nikolaus Gradl, verkehrspolitischer Sprecher der SPD/Volt-Stadtratsfraktion, sagt:

„Die SPD/Volt-Fraktion ist der Motor dieser Koalition: Wir bringen die
Herausforderungen einer Verkehrswende mit der sozialen Frage zusammen.
Wir stehen für Investitionen in einen Trambahn-Ausbau und die Möglichkeit für alle Münchnerinnen und Münchner, auf das eigene Auto zu verzichten.“

Bis 2025 soll 80 Prozent des Verkehrs in der Stadt durch umweltfreundliche Mobilitätsformen zurückgelegt werden, also zu Fuß, mit dem öffentlichen Nahverkehr, dem Fahrrad oder emissionsfreien Autos. Der ÖPNV stellt dabei das Rückgrat umweltfreundlicher Mobilität in Stadt und Region dar. Dazu aber muss er flächendeckend ausgebaut werden. SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste lassen nun sechs neue Tramlinien prüfen und stellen die nötige Finanzierung sicher.

Diese sollen in Planung befindliche Wohngebiete erschließen und gleichzeitig das bestehende Nahverkehrsnetz entlasten und ergänzen. Tramlinien sind hierbei ideal, weil sie eine höhere Kapazität als Busse haben und schneller zu realisieren sind als U-Bahn-Trassen. Für folgende Trambahntrassen soll die Stadtverwaltung in enger Abstimmung mit der Münchner Verkehrsgesellschaft Machbarkeitsstudien anfertigen:

  • eine direkte Tramverbindung vom Hauptbahnhof in den Münchner Norden zur Erschließung der Bayernkaserne und der SEM Nord,
  • eine Tram vom Deutschen Museum nach Neuperlach-Zentrum, die sich an der heutigen nachfragestarken Metrobuslinie 55 orientiert und später eventuell über Waldperlach bis nach Putzbrunn verlängert werden kann,
  • eine Südtangente, die beide Isar-Seiten zwischen dem Waldfriedhof und dem Ostbahnhof miteinander verbindet und die Buslinien X 30 und 54 entlastet,
  • eine Linie von der Kreillerstraße über die Wasserburger Landstraße nach Haar,
  • eine Tram in die Parkstadt Solln zur Ertüchtigung des ÖPNV-Netzes südlich der U-Bahnlinie 3,
  • eine Linie zur Erschließung des Gebiets der SEM Nordost: Hier soll ein Ringschluss zwischen der von Norden kommenden Tram 17 und der von Süden kommenden Tram 20 geprüft werden.

Dazu sagt Nikolaus Gradl, verkehrspolitischer Sprecher der SPD/Volt-Fraktion:

„Der Münchner Nahverkehr ist stark auf Umsteigebeziehungen in der Innenstadt ausgelegt. Um die ehrgeizigen Ziele der Verkehrswende zu erreichen, braucht es dringend Trambahn-Tangenten. Mit einer Trambahn-Bauoffensive will SPD/Volt die Weichen für einen Trambahnring und schnellere Verbindungen setzen. Gerade in Zeiten von Corona braucht es Investitionen für die verkehrlichen Herausforderungen der Zukunft.“

Und Paul Bickelbacher, Stadtrat bei Die Grünen – Rosa Liste, sagt:

„Die Überlastung der U-Bahn, die Abkehr vom Auto und die Notwendigkeit, rasch wachsende Gebiete am Stadtrand besser an den Öffentlichen Verkehr anzuschließen, machen den Bau neuer Tramstrecken zu einer dringenden Aufgabe der Münchner Verkehrspolitik. Die Tram ist außerdem leistungsfähiger und wegen ihres höheren Fahrkomforts bei den Fahrgästen beliebter als der Bus. Auch angesichts leerer Kassen bleibt die stadtverträgliche Mobilität eine Kernaufgabe der Stadtpolitik. Es gilt jetzt die Weichen zu stellen und mit den Planungen zu beginnen, damit die Stadt bei wieder günstigerer Haushaltslage rasch mit dem Bau neuer Strecken beginnen kann.“

Die SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat setzt sich dafür ein, dass der Ganztagesschutz in der Bayernkaserne bis März finanziert wird. Denn die Menschen, die dort leben, brauchen Möglichkeiten, die geltenden Kontaktbeschränkungen und Hygieneschutzregeln während der Corona-Pandemie einhalten zu können.

Wie lange die Corona-Krise noch andauern wird, ist unabsehbar. Dass sich die Folgen aber noch über den ganzen Winter hinziehen werden, gilt als sicher. Der Übernachtungsschutz in der Bayernkaserne soll Planungssicherheit bekommen. Deshalb wird SPD/Volt mit dem Koalitionspartner Die Grünen – Rosa Liste zusätzliche Mittel für den Ganztagesschutz beantragen. Für die Monate Januar mit März sollen jeweils 180.000 Euro, also insgesamt 540.000 Euro, in den Haushalt des Sozialreferats eingestellt werden. Darüber beschließt der Sozialausschuss des Stadtrats in seiner Sitzung am 10. Dezember 2020.

Das Übernachtungsschutzprogramm der Stadt ist in Trägerschaft des Evangelischen Hilfswerks München und richtet sich als niedrigschwelliges Übernachtungsangebot vor allem an obdachlose EU-Zuwander*innen, die in Deutschland keine Ansprüche auf Sozialleistungen haben. Tagsüber müssen die Bewohnerinnen und Bewohner zu Normalzeiten ihre Schlafmöglichkeit verlassen, für sie stehen Betreuungs- und Beratungsangebote in der Innenstadt zur Verfügung.

Während eines Lockdowns aber rückt die Stadt München aus Gründen des Gesundheitsschutzes von ihrem bewährten System ab. Am 2. November traten die neuerlichen strengen Kontaktregeln in Kraft, seitdem dürfen die Menschen den ganzen Tag über in Haus 12 der Bayernkaserne bleiben. Dieses Angebot sichert die Rathauskoalition nun bis Ende März 2021.

Dazu sagt Christian Müller, Vorsitzender der SPD/Volt-Fraktion:

„Vor allem die Schwächsten der Gesellschaft brauchen in der Corona-Pandemie unsere Hilfe und Solidarität. Deshalb bleibt der Übernachtungsschutz in der Bayernkaserne tagsüber geöffnet. Nur so können sich die Bewohnerinnen und Bewohner an die geltenden Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen halten. Ob sich die Situation in diesem Winter noch bessert, wissen wir derzeit nicht. Aber wir wollen vorbereitet sein und stellen daher jetzt die erforderlichen Mittel bereit.“

Die Umgestaltung des Tals bis zum Sommer 2021, eine autoreduzierte Altstadt bis 2025, weniger Parkplätze an der Oberfläche, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer: Die Pläne für die Verkehrswende im Herzen Münchens sind weit vorangekommen, seitdem Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) seinen Masterplan im Sommer 2018 vorgestellt hat. Doch nachhaltige Mobilität muss in jedem Stadtviertel gut geplant und vorbereitet sein. Deshalb fordert die SPD/Volt-Fraktion im Stadtrat lokale Verkehrskonzepte in allen Stadtbezirken.

Der Münchner Norden wird durch Schnellbusse und Radschnellwege vom Autoverkehr entlastet. In der Parkstadt Schwabing hilft ein Mobilitätskonzept mit den ansässigen Firmen, den Parkdruck zu mildern und die Wohnstraße vom Dauerverkehr zu befreien. Und auch im Süden haben sich Thalkirchen, Obersendling, Forstenried, Fürstenried und Solln auf den Weg gemacht: Der motorisierte Verkehr bleibt leistungsfähig, aber gleichzeitig wird durch den Ausbau von Rad- und Gehwegen sowie einer besseren Beschilderung der Umstieg auf alternative Fortbewegungsarten erleichtert.

So wegweisend diese lokalen Verkehrskonzepte sind: Es gibt sie bisher leider nicht flächendeckend, obwohl örtliche Politiker und Initiativen das immer wieder gefordert haben. Nach Ansicht von SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste soll sich das bis 2024 ändern. Das neue Mobilitätsreferat wird gebeten, bis dahin in allen Stadtbezirken Mobilitätskonzepte zu entwickeln. Wichtig ist SPD/Volt dabei, dass nicht nur die Bezirksausschüsse, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger eng in diesen Prozess eingebunden sind. Denn Initiativen, Vereine und Verbände sowie örtliche Politiker kennen die Situation am besten.

Der Schwerpunkt der Konzepte soll nach Ansicht der Rathauskoalition auf der Nahmobilität liegen. Wohnstraßen sollen dort, wo es nötig ist, entlastet werden. Der Bau neuer Straßen soll mit Ausnahme von Neubaugebieten grundsätzlich ausgeschlossen sein. Statt auf den Individualverkehr zu setzen, haben umweltfreundliche Fortbewegungsarten Vorrang, also die Nutzung von Fuß- und Radwegen sowie des öffentlichen Nahverkehrs. Unabhängig davon geht die Umsetzung des Radentscheids wie beschlossen weiter.

Dazu sagt Christian Müller, Vorsitzender der SPD/Volt-Fraktion:

„Bis zum Jahr 2024 bleibt genügend Zeit, um fundierte und tiefgreifende Verkehrskonzepte zu entwickeln. Gleichzeitig können kleinere Einzelmaßnahmen und Verkehrsversuche gemacht, mit den Münchnerinnen und Münchnern vor Ort erprobt und direkt evaluiert werden. So werden alle Stadtbezirke mit ihren Bürgerinnen und Bürger in die entsprechenden Diskussionen einbezogen. Das erhöht die Akzeptanz der Verkehrswende aus unserer Sicht enorm.“

Die SPD/Volt- Fraktion im Münchner Stadtrat nimmt die Anliegen der Skater/innen und Biker/innen ernst. Deshalb verfolgt sie eine Strategie mit zwei Hauptsträngen: Zum einen wird mit dem jetzt vorgelegten Konzept für ein Actionsportzentrum eine feste Sportstätte geschaffen. Zum anderen soll die Stadtverwaltung aber auch kurzfristig einen überdachten Ort für die Szene in diesem Winter zur Verfügung stellen.

Das Actionsportzentrum kann nach intensiven Verhandlungen doch kommen. Heute hat Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) das Konzept für das Indoor-Sportareal in Pasing vorgestellt. Die Stadt schafft damit langfristig ein modernes Zuhause für die Szene, das auch im Winter und bei schlechtem Wetter gut für den Sport nutzbar ist.

Gleichzeitig aber brauchen wir eine zeitnahe Lösung. Das hat der Protest der Szene erneut verdeutlicht, nachdem das Kommunalreferat den Abriss der selbstgebauten Skateanlage am stillgelegten Olympiabahnhof veranlasst hatte. Der Bedarf ist riesig. Gerade junge Menschen wohnen in München oft in beengten Verhältnissen und brauchen in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Home-Office Freiräume.

Bis Mitte Dezember soll die Stadtverwaltung daher auf Bitten von SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste Vorschläge erarbeiten, wo den Skater/innen und Biker/innen überdachte Flächen zur Verfügung gestellt werden können, die diese dann in Zusammenarbeit mit der Verwaltung selbst entwickeln können.

Dazu sagt die sportpolitische Sprecherin der SPD/Volt-Fraktion, Kathrin Abele:

„In München hat nicht nur die Hochkultur Platz. Uns sind auch die Subkulturen wichtig, die unsere Stadt so vielfältig und lebenswert machen. Bis das Actionsportzentrum in Pasing fertig ist, brauchen wir jetzt eine schnelle Lösung für die Skaterinnen und Skater. Eine wintertaugliche, überdachte Fläche, die sich für den Sport eignet und die nicht gesundheitsgefährdend ist. Die werden wir gemeinsam mit der Szene entwickeln.“

Mobilfunk gehört zur Daseinsvorsorge. Deshalb werden sich in München die Stadtwerke München (SWM) zentral um den Ausbau kümmern. Sie nehmen eine Koordinationsaufgabe ein: Sie sollen geeignete Standorte an Mobilfunkunternehmen vermitteln und zur Verfügung stellen. Für eine effiziente Nutzung wird auf kommunalem Grund ein Sharing Ansatz verfolgt und, wann immer sinnvoll und möglich, strahlungsarmen Mikroantennen Vorrang eingeräumt. Das hat der Stadtrat auf Initiative von SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste in der Vollversammlung beschlossen.

5G ist im Grunde nur eine technologische Weiterentwicklung von 4G – und doch so viel mehr. Der nächste Schritt im Mobilfunk führt zu schnelleren Verbindungen, besserer Vernetzung und sogar zu geringeren elektromagnetischen Belastungen. Die Anwendungen sind mannigfaltig, der Traum einer Smart City, einer intelligent gesteuerten Stadtgestaltung, rückt näher. Damit machen wir einen weiteren Schritt ins digitale Zeitalter.

Die SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat befürwortet, dass die Stadtwerke München (SWM) hier die Planungen und Realisierung aus einer Hand mit den Mobilfunkunternehmen anbieten werden. Gleichzeitig wird die bestehende Glasfaserinfrastruktur der SWM genutzt, Standorte gemeinsam geshared und so Synergien geschaffen. Die SWM kennen unsere Stadt. Sie wissen, wo welche Infrastruktur zur Verfügung steht. Unter anderem bilden die emissionsarmen Mikrozellen (vergleichbar mit WLAN-Hotspots), die auch stadtgestalterisch verträglicher als Mobilfunk-Masten sind, in Zukunft ein wesentliches Element der Versorgung unserer Stadt.

Dazu sagt der IT-Sprecher Lars Mentrup:

„Mit unserem jetzigen Beschluss gibt es in den Stadtwerken München nun für die Industrie eine Ansprechpartnerin mit viel Wissen über die Infrastruktur unserer Stadt. Gleichzeitig machen wir einen Schritt in die Richtung, auch den Mobilfunk als elementaren Baustein der Daseinsvorsorge zu entwickeln. Wir gewinnen so mehr Gestaltungsspielraum als Stadt.“